
Unser Kind kann nicht mithalten
Frage an unsere Pädagogin:
Hallo Frau Müller!
Unser Sohn ist jetzt 8 Jahre. Ihm wurde ein schulvorbereitendes Jahr in einer Förderschule vorgeschlagen, da er noch ein paar Defizite aufwieß.
Dies haben wir angenommen. Dann wollten wir ihn Umschulen in eine normale Schule, da er uns unterfordert schien.
Die Förderschule riet uns ab wegen seiner Langsamkeit. Wir haben uns trotz allem durchgesetzt und das Kind umgeschult.
Dort geht er jetz mit seinen Freunden in eine Klasse. Das Problem kommt jetzt langsam, dass er das Tempo nicht ganz mithalten kann.
Er muss oft was nacharbeiten. Fühlt sich oft von seinen Mitschülern abgelenkt und wird nicht fertig.
Er macht seine Sachen sehr genau aber sehr langsam und ordentlich. Der Lehrerin wäre es am liebsten er täte wieder an die Förderschule gehen, damit sie nicht so viel auf ihn achten muss. Er hat auch eine Rechenschwäche. Das sind für mich keine Gründe an die Förderschule zu wechseln.
Zumal ich weiss, dass dort kein richtig leistungsbezogener, auf jedes Kind, abgestimmter Unterricht gemacht wird. Versprochen wird es einem, aber gemacht wird es nicht. Diese Erfahrung haben wir schon an dieser Förderschule gemacht.
Uns wurde vorgehalten unser Kind zu sehr unter Druck zu setzen. Obwohl das Kind es wollte, mehr zu wissen. Was kann ich da machen?
Wäre froh über eine Meinung von Ihnen.
Unser Sohn geht in Baden Würrtemberg in die Schule.
MFG
Was unsere Pädogogin rät:
Sehr geehrte Familie Rendert,
danke für Ihre Anfrage.
Sie beschreiben, dass Ihr Sohn sehr langsam ist und dadurch die Anforderungen der Regelschule nicht erfüllen kann. Zum anderen arbeit er sehr genau und ordentlich.
Dies kann sehr verschiedene Ursachen haben. Ich nehme an, dass keine gesundheitlichen Probleme im Hören oder Sehen vorliegen. Bei manchen Kindern verlaufen die Denkprozesse sehr langsam. Dadurch können sie zwar auch sehr gut ihre Aufgaben erfüllen, aber leider nicht in der normalen Zeit.
Kinder, die dann merken, dass sie zu langsam sind oder denen ständig gesagt wird, sie sollen sich doch beeilen, geraten dann leicht unter Druck und können dann unter Umständen keine Leistung mehr bringen. Das kann mit der Zeit auch dazu führen, dass Ihr Sohn die Lust an der Schule verliert und dann auch nicht mehr lernbereit ist. Das soll unbedingt verhindert werden.
Ich möchte Ihnen empfehlen, dass Sie vor Ort einen Schulpsychologen oder auch einen anderen Arzt Ihres Vertrauens aufsuchen, damit eine gründliche Leistungsdiagnostik durchgeführt werden kann. Sprechen Sie dort auch über eine Schulbahnentwicklung. Danach sollten Sie in der Familie entscheiden, welches der günstigste Weg für Ihr Kind sein kann.
Sollte Ihr Kind keinen sonderpädagogischen Förderbedarf haben, sollten Sie auch mit Hilfe des Psychologen nach Möglichkeiten suchen, wie dass Arbeitstempo erhöht werden kann. Dafür gibt es verschiedene Trainingsprogramme. Auch die Schule muss dabei unbedingt mit einbezogen werden. Es sollte anfangs möglich sein, dass der Aufgabenumfang etwas reduziert wird. Daneben muss der Junge Lerntechniken erlernen, die es ihm ermöglichen zügiger zu arbeiten.
Sollte sonderpädagogischer Förderbedarf vorliegen, gibt es für Ihren Sohn auch verschiedene Möglichkeiten, die zum Hauptschulabschluss führen können. Neben dem Besuch einer Förderschule ist auch eine integrative Förderung in der allgemeinen Schule möglich (§ 14 (4) SchG). So könnte Ihr Sohn mit seinen Freunden zusammen bleiben. Er würde dann nach anderen Anforderungen bewertet. Dazu müssen die Möglichkeiten der einzelnen Schule genau abgeklärt werden.
Ich hoffe, dass ich etwas weiterhelfen konnte und wünsche Ihnen viel Erfolg.
Mit freundlichen Grüßen
E. Müller
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