
Ursachen des Alkoholmissbrauchs
Dass Jugendliche nicht erst seit der Jahrtausendwende Alkohol trinken, erübrigt sich sicher von selbst. Schon immer war der Reiz, etwas Verbotenes zu tun, präsent. Dennoch ist das exzessive Trinkverhalten von Kindern ab 10 Jahren erst in den letzten Jahren drastisch gestiegen.
Gründe für diesen Trend lassen sich pauschal nicht benennen. Allgemein wird von Experten vermutet, dass die frühreife Entwicklung von Kindern in der heutigen Gesellschaft auch für den frühzeitigen Alkoholkonsum verantwortlich ist. Wissenschaftlich belegt wurde, dass bestimmte Faktoren das Trinkverhalten von Jugendlichen beeinflussen.
Elternhaus und Soziales Umfeld
Fest steht, dass das Elternhaus und das soziale Umfeld einen entscheidenden Einfluss auf das Verhalten nehmen. All das, was in den Kinderjahren durch die Eltern vermittelt und vorgelebt wird, prägt die Entwicklung des Kindes.
Gibt es viele Konflikte im Elternhaus oder werden übermäßig alkoholische Getränke konsumiert, wirkt sich das auch auf die Einstellung der Kinder zum Alkohol aus. Doch ist wissenschaftlich nicht bewiesen, dass Kinder aus gut behüteten und ausgeglichenen Familien durchschnittlich weniger oder gar keinen Alkohol trinken. Somit wird deutlich, dass das Elternhaus beim Konsumverhalten lediglich eine Teilrolle spielt.
Freundeskreis
Auch Schule und Freunde üben einen großen Einfluss auf den Heranwachsenden aus.
Der durch die Schule gesteigerte Leistungsdruck und mangelnde Leistungen können zu Streit im Elternhaus führen. Um die Probleme zu kompensieren, wenden sich Jugendliche stark ihrem Freundeskreis zu. Oft orientieren sie sich dann am Trinkverhalten der Freunde. Geburtstagsfeiern oder andere Partys sind immer ein Anlass, alkoholische Getränke zu sich zu nehmen und damit mehr Spaß zu haben
Eigene Persönlichkeit
Die subjektive Einschätzung zum Thema Alkohol spielt ebenfalls eine wichtige Rolle. Haben Kinder miterlebt, dass in ihrem Elternhaus übermäßig viel Wein, Bier, etc. getrunken wurde – und das alltäglich und nicht nur zu Feierlichkeiten – entwickeln sie eine eigene Einstellung zum Alkohol.
Es kann Abneigung oder auch Zuneigung zum Alkohol entstehen – je nachdem, ob in Verbindung mit Alkohol Vor- oder Nachteile gesehen werden.
So kann der Griff zur Flasche motiviert werden durch die scheinbare Überwindung von Problemen – die jedoch nur kurz anhält. Konflikt- oder Stresssituationen zu Hause, in der Schule oder mit Freunden können damit kompensiert werden und fördern eine positive Einstellung zum Alkohol.
Gerade in der Pubertät ist das Konsumverhalten prägend. Es ist bewiesen, dass die Gefahr von Alkoholmissbrauch und -abhängigkeit steigt, wenn der Konsum im jungen Alter beginnt.
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