
Serie: ADHS/ADS
- ADHS bei Kleinkindern
- Wie wirkt sich ADHS im Schulalter aus?
- Welche Auswirkung kann ADHS bei Jugendlichen haben?
Welche Auswirkung kann ADHS bei Jugendlichen haben?
ADHS führt ohne Behandlung mit der Zeit dazu, dass die Kinder sich ausgegrenzt, andersartig, ausgeschlossen und ungeliebt fühlen.Sie entwickeln das Gefühl, nie etwas richtig machen zu können, ständig kritisiert und korrigiert zu werden. Dazu kommt fast immer eine schulische Herabstufung, da die mangelnde Aufmerksamkeit meist unweigerlich zu schlechten Leistungen führt.
Beispiel:
Richard (14) hat keine Freunde unter seinen Klassenkameraden.Seit Langem wird er nicht mehr auf Geburtstage eingeladen und seine Mitschüler kommen ihn auch nicht gerne besuchen. Richard kann sich schlecht auf das Spielverhalten seiner Freunde einlassen, er hüpft von Reiz zu Reiz und vermag kaum ein Spiel zu Ende zu bringen.
Durch sein starkes Gerechtigkeitsempfinden entbrennt schnell Streit, und auch die ein oder andere Prügelei ist aus diesen Konflikten bereits entstanden.
Richard spielt nun manchmal mit dem Nachbarjungen, der erst 7 Jahre alt ist. Hier kann er die Regeln bestimmen und den Jüngeren lenken. Von seiner emotionalen Entwicklung fühlt Richard sich in dieser Konstellation einfach sicherer und damit wohler.
Jugendliche mit ADHS versuchen leider oft, diesen negativen Entwicklungen aus dem Weg zu gehen, in dem sie kritische Situationen vermeiden.
In den unglücklich laufenden Fällen fallen Kinder mit ADHS früh aus den gesellschaftlichen Zusammenhängen heraus, sind anfällig für jede Art von Sucht, entwickeln Ängste und Depressionen und geraten aufgrund ihrer leichten Beeinflussbarkeit auch schnell in sogenannte schlechte Kreise.
Entgegen der landläufigen Meinung wächst ADHS sich nicht aus. Auch Jugendliche und Erwachsene leiden unter ihrer Andersartigkeit und brauchen Unterstützung.
(Auszug aus dem Buch "ADS - So stärken Sie Ihr Kind" von Dipl. Päd. Uta Reimann-Höhn, das im Mai 2001 im Herder Verlag erscheint. Der aktuelle Elternratgeber enthält wertvolle Tipps und Informationen für Eltern und Pädagogen rund um das ADHS Syndrom.)
Die Autorin:
Uta Reimann-Höhn, 05.07.1962 Dipl. Pädagogin, Lerntherapeutin Autorin (Rituale geben Sicherheit / ADS - So stärken Sie Ihr Kind) Seit 1986 Leiterin einer Einrichtung für Kinder mit Lern- und Leistungsstörungen sowie Verhaltensauffälligkeiten in Wiesbaden / Hessen 2 Söhne (Timo geb. 1988 und Roman geb. 1991) Information unter: www.lernfoerderung.de Wir danken Frau Reimann-Höhn für die Bereitstellung der Texte.Kommentare
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