
Serie: Autismus
- Autistische Kinder - in der eigenen Welt gefangen
- Autismus vom Asperger Typ
- Autismus vom Kanner Typ (auch frühkindlicher Autismus)
- Welche Ursachen hat die autistische Störung?
- Welche Therapien gibt es und wie helfen sie meinem Kind?
Welche Therapien gibt es und wie helfen sie meinem Kind?
Eine wirksame Therapiemethode, um das autistische Syndrom effektiv zu behandeln oder gar zu beheben, gibt es derzeit noch nicht. Am besten ist eine Kombination mehrerer Methoden.Im Vordergrund bei der Auswahl einer Therapie sollte das jeweilige Kind in seiner ganzen Individualität stehen.
Was für ein Kind gut und erfolgreich ist, kann einem anderen Kind vielleicht weniger helfen.
Wenn sie für Ihr Kind eine Therapieform suchen, lassen Sie sich auf jeden Fall gut beraten und achten Sie darauf, dass sich der Therapeut oder Arzt viel Zeit beim ersten Kontakt nimmt.
Frühförderung
Sobald bei einem Kind ein autistisches Syndrom festgestellt wurde, sollte eine Frühförderung einsetzen. Hier werden die Eltern aufgeklärt, mit in das Programm einbezogen und ein individueller Förderplan für das Kind erstellt.In diesem Programm wird der intellektuelle, sprachliche und motorische Bereich gefördert und meist werden dadurch gute Fortschritte bei den Kindern erzielt.
Gestützte Kommunikation
Diese Methode machte mit dem ersten Fall Birger Sellin 1993 viel Aufsehen. Mithilfe seiner Mutter konnte der Junge in einen Computer schreiben und zum ersten Mal in seinem Leben seine Gedanken und Gefühle zum Ausdruck bringen.Die Methode ist in die Kritik geraten, da denjenigen, die die Kinder beim Schreiben unterstützen Manipulation vorgeworfen wurde. Leider ist es noch keinem Autisten gelungen, ohne Hilfe den Computer zu benutzen. Für viele Eltern, deren Kinder eine normale Intelligenz zeigen, kann diese Methode sehr wertvoll sein.
Verhaltensorientierte Therapie
Diese Therapie, die das Verhalten des Kindes verbessern soll, ist sehr wichtig für das alltägliche Leben in der Familie. Hier lernt das Kind Alltagshandlungen auszuführen, zu warten, wenn es etwas haben will und sich in der Welt einigermaßen zurechtzufinden.Gut an der Therapie ist auch, dass die Eltern eingebunden werden können und zu Hause das Gelernte weiterführen können. Zum Beispiel werden Bilder (bestimmtes Essen, Toilette, Zahnbürste etc.) eingeführt, auf die das Kind zu deuten lernt, wenn es etwas möchte. Oder die Eltern können diese Bilder einsetzen, um generell mit dem Kind zu kommunizieren.
Ebenso können mit der Verhaltenstherapie stereotype (= immer wiederkehrende) Verhaltensweisen, selbstverletzende Handlungen und Wutausbrüche verringert werden.
Festhaltetherapie
Das lange und intensive Festhalten des Kindes soll einerseits dem Kind Sicherheit und Urvertrauen geben, andererseits den Eltern helfen, ihrem Kind nahe zu sein. Viele Eltern loben diese Therapie. Da das Festhalten und eventuelle Reaktionen der Kinder sehr heftig werden können, sollte ein Therapeut während des Festhaltens begleitend dabei sein.Neben den hier beschriebenen Therapieformen gibt es noch eine Reihe weiterer Maßnahmen.
Zuerst sollten aber Eltern darauf achten, einen Arzt zu finden, der sie gut berät und zu dem sie Vertrauen haben. Als Entlastung und Bereicherung empfinden es viele Eltern, sich einer Elterninitiative anzuschließen, wo sie Information, Unterstützung und Austausch finden können.
Literatur zum Weiterlesen:
- Lorna Wing: Das autistische Kind. Merkmale einer Behinderung und Hilfen für deren Überwindung. 1980. Ravensburg.
- Birger Sellin: Ich will kein inmich mehr sein. Botschaften aus einem autistischen Kerker. Herausgegeben von M. Klonovsky. Kiepenheuer & Witsch. Köln.
Adressen:
Bundesverband Hilfe für das autistische KindVereinigung zur Förderung autistischer Menschen e. V.
Bebelallee 141
22297 Hamburg
Tel.: 040-5115604
Eine Elternvereinigung, wo Sie Hilfe und Information bekommen, auch über Verbände in anderen Städten.
Hilfe für das autistische Kind
Regionalverband München e. V.
Ostpreußenstr. 9c
85386 Eching
Tel.: 089-3193852
kinder.de-Redakteurin: Martina Jeblick, Pädagogin (M.A.), arbeitete zwei Jahre mit autistischen Kindern
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