
Serie: Geschwister
Wenn Nachwuchs kommt
Ein neues Baby bereitet nicht nur große Freude. Bei Ihrem Kind kann das neue Geschwisterchen auch zwiespältige Gefühle wecken, denn es wird Ihre Liebe nun mit diesem neuen Menschen teilen müssen.Besonders wenn das zweite Kind in kurzem Abstand geboren wird, Ihr Erstling also um die zwei bis drei Jahre alt ist, wird Ihr Kind womöglich unter starken Rivalitätsgefühlen leiden, schließlich war es Ihre völlig ungeteilte Liebe nicht nur gewohnt, sondern war darauf regelrecht angewiesen. Es hat sich noch nicht so weit von Ihnen gelöst, dass es weiß, dass es, auch wenn es einen Teil dieser Liebe abgeben muss, in der Welt bestehen wird.
Der Wunsch nach ungeteilter Liebe ist allzu menschlich. Auch wir Erwachsenen würden es am liebsten sehen, wenn unser Partner nur für uns da sein würde.
Doch dieser Wunsch ist eine Illusion, die wir irgendwann aufgeben müssen.
Doch lassen sich die Neid-, Eifersuchts- und Rivalitätsgefühle Ihres Kindes nicht einfach vom Tisch wischen, es erfordert einen langen Prozess, bis Ihr Kind die neue Situation annehmen kann.
Am Empfehlenswerten ist es, wenn Sie Ihr Kind schon vor der Geburt Ihres zweiten Kindes, in die veränderte Situation einführen.
Beziehen Sie Ihr Kind so früh wie möglich in das Familiengeschehen mit ein, sodass es sich als Teil fühlen kann.
Sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber, dass bald ein Geschwisterchen auf die Welt kommt.
Versuchen Sie auch, mit einfachen Worten, die körperlichen Veränderungen, das Wachsen Ihres Bauches, zu erklären.Fördern Sie die liebevollen Gefühle Ihres Kindes, indem Sie es in die Schwangerschaft mit einbeziehen. Lassen Sie das Strampeln Ihres Ungeborenen von Ihrem Kind erfühlen.
Wenn Ihr Kind Ihre Schwangerschaft nicht zur Kenntnis nimmt oder nicht in das neue Geschehen integriert wird, ist die Wahrscheinlichkeit sehr viel größer, das es mit Ablehnung gegen das neue Kind reagiert, das - aus seiner Sicht - urplötzlich da ist.
Erklären Sie Ihrem Kind auch, warum Sie sich ein zweites Kind wünschen.
Sagen Sie aber niemals: "Damit du jemanden zum Spielen hast"!Ihr Kind würde nur enttäuscht sein, denn bis es mit seinem Bruder oder Schwester tatsächlich spielen wird, wird noch einige Zeit ins Land gehen.
Versuchen Sie auch den Übergang von der Schwangerschaft zur Geburt und darüber hinaus, für Ihr Kind so einfach wie möglich zu gestalten. Wenn mit der Geburt des Babys plötzlich jede Alltagsroutine verloren geht, wird Ihr Kind verunsichert werden.
Kümmern Sie sich also schon im Vorfeld um einen Babysitter, der Ihr Kind betreut, wenn Sie im Krankenhaus sind. Wenn Ihr Kind bereits mit dem Babysitter bekannt ist, wird es mit der Situation leichter fertig.
Wenn Ihr Kind nicht in den Kindergarten geht, bemühen Sie sich unbedingt darum, dass Ihr Kind trotz des neuen Babys alle seine regelmäßigen Verabredungen zum Spielen mit anderen Kindern einhalten kann.
Vielleicht wird Ihr Kind auch mit Eifersuchtsgefühlen reagieren, wenn Sie nach seiner Geburt wieder berufstätig wurden, nach der Geburt des zweiten Kindes aber zu Hause bleiben. Versuchen Sie also schon geraume Zeit, bevor Sie entbinden, mit der Arbeit aufzuhören, damit Ihr Kind die Veränderung nicht als abrupt wahrgenommen wird.
Wenn Sie mit Ihrem neuen Baby aus dem Krankenhaus kommen, lassen Sie es am besten von Ihrem Partner tragen, damit Sie beide Hände frei haben, um Ihr Kind zum Empfang in den Arm zu nehmen!
Verzichten Sie, wenn möglich, auch in den ersten ein oder zwei Wochen darauf, das Baby vor den Augen Ihres älteren Kindes zu stillen.
Ihr Kind könnte dies als Privileg des Babys empfinden und sich zurückgesetzt fühlen. Erklären Sie Ihrem Kind in Ruhe, dass dies die Art ist, wie sich Babies ernähren, wohingegen ältere Kinder bereits richtiges Essen zu sich nehmen dürfen.
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