
Wie motiviere ich mein Kind?
Eine Frage von Herrn Werner an unsere Pädagogin:
Meine sehr sportliche Tochter geht in die 2. Klasse der Grundschule. Dort gehört sie nach meiner Einschätzung mind. zu dem besseren 1. Drittel.
Sie kann sehr gut rechnen und lesen und ihre Arbeitsweise in der Schule verdient nach Aussage der Klassenlehrerin besondere Anerkennung.Leider ist Sie, was Hausaufgaben machen angeht, oft sehr unmotiviert, obwohl Sie die Aufgaben meistens ohne unsere Hilfe allein und richtig erledigt. Auch zum Lesen zu Hause kann ich sie kaum bewegen, obwohl wir ihr seit dem Kleinkindalter ständig vorgelesen haben und sie trotzdem sehr gut lesen kann. Sie macht die Hausaufgaben oft in wenigen Minuten und deshalb des öfteren unsauber, was besonders das schreiben angeht.
Wie kann ich meiner Tochter zum Lesen und sauberen Arbeiten motivieren und was könnten die Gründe sein?
Was unsere Pädogogin rät:
Sehr geehrter Herr Werner,
erst einmal Glückwunsch zu Ihrer Tochter. In der Schule scheint es keine Probleme zu geben und ich hoffe, dass ihre Tochter noch sehr viel Freude an der Schule hat. Das ist sehr wichtig, um schulische Erfolge zu sichern.
Ursachen für die nach Ihrer Meinung nicht so guten Hausaufgaben können vielfältig sein, sollten aber im zweiten Schuljahr nicht überbewertet werden.
Folgendes sollte beachtet werden:
- Gibt es eine feste Hausaufgabenzeit und auch feste Rituale (Arbeitsplatz, bestimmte Ordnung auf dem Tisch u. ä.)? Wie ist der Tagesablauf strukturiert? Ist die Ruhezeit nach der Schule ausreichend? (Ist die Abschaltphase lang genug? - Gibt es ausreichend Freizeit?)
- Hausaufgabenzeiten sollten im zweiten Schuljahr höchstens zwanzig Minuten betragen.
- Wie sieht die Lehrerin die Hausaufgaben? Kann auch eine Unterforderung vorliegen?
- Bastelt Ihre Tochter gern? Malt sie sauber aus? (Leichte Schwierigkeiten in der Feinmotorik können manchmal demotivierend sein. Vielfältige Übungen mit Stiften, Schere und Klebstoffen können hilfreich sein.)
- Sauberes und ordentliches Arbeiten kann auch im Haushalt trainiert werden, Hilfen in der Küche oder bei kleinen handwerklichen Tätigkeiten, auch Handarbeiten, sowie Ordnung im eigenen Zimmer halten.
Die Lesebereitschaft kann bei Kindern sehr wechselhaft sein. Ermuntern Sie ihr Kind immer wieder zum Lesen, ohne dass bei ihm der Eindruck entsteht, es müsse es unbedingt tun. Lesen Sie weiterhin gemeinsam. Sprechen Sie über Gelesenes.
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