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Serie: Die Entwicklung des Kindes im 3. Lebensjahr




Wie Sie Ihr Kind zum Einhalten von Regeln erziehen können

Bisher haben Sie mit einem Entschiedenen NEIN das Verhalten Ihres Kindes gesteuert, es davor bewahrt, sich selbst oder andere zu verletzen.

Doch aufgrund seiner beschränkten Lernfähigkeit konnten Sie davon ausgehen, dass Sie es jedes Mal von neuem vor der heißen Herdplatte oder vielbefahrenen Straße retten mussten.

Ihr Kind im dritten Lebensjahr ist in viel größerem Maße in der Lage, sich an Regeln zu halten als noch im Jahr zuvor, denn es kann nun viel besser zwischen Ursache und Wirkung eine Verbindung erkennen.

Im dritten Lebensjahr wird Ihr Kind auch grundsätzlichere Regeln begreifen. Manchmal wird es von allein darauf kommen, viel häufiger werden Sie es allerdings noch daran erinnern müssen.

"ungezogenes" Verhalten

Wenn sich Ihr Kind "ungezogen" verhält, sollten Sie sich immer bewusst machen, dass Ihr Kind nicht böse ist, sondern dass dies häufig aus seinem Drang zur Unabhängigkeit resultiert.

Ein anderer Grund für "ungezogenes" Verhalten liegt in den starken Gefühlen und Affekten Ihres Kindes begründet, die es nicht kontrollieren kann.

Ihr Kind sieht im dritten Lebensjahr bei allen seinen Entscheidungen und Wünschen zunächst sich selbst. Um auch die Wünsche anderer mitzuberücksichtigen, wird es noch einen langen Entwicklungsweg zurücklegen müssen.

Doch Erziehung muss natürlich sein, schließlich muss Ihr Kind lernen, in einer Gesellschaft mit anderen Menschen zu existieren.

Zu den Regeln,

... die Sie jetzt im dritten Lebensjahr geltend machen können, gehören die drei wichtigsten, die Sie "unterstreichen" sollten:
  • Verletze weder dich selbst noch andere!
  • Respektiere die Gefühle, Gedanken, Rechte und das Eigentum anderer!
  • Sei höflich!
Gehen Sie mit dem Wörtchen "niemals" vorsichtig um. Unterscheiden Sie am besten von Situation zu Situation, wann Sie sagen: "Nein, niemals!" oder "Nein, jetzt nicht!"
Wenn Sie nämlich aus einem "niemals" ein "jetzt doch" machen, geht Ihnen auf Dauer die Glaubwürdigkeit verloren.

Ihr Kind braucht es dringend, dass auf Ihre Worte Verlass ist, dass Regeln Gesetz und nicht Auslegungssache sind.

Manchmal wird es unumgänglich sein, dass Sie Ihr Kind bestrafen, nämlich dann, wenn es Ihre Regeln nicht einhält.
Es wird Ihnen nicht helfen, wenn Sie nur mit Strafe drohen und sie von Mal zu Mal verschieben. Ihr Kind muss deutlich seine Grenzen erfahren.

Strafen

Dass Strafe heute nicht mehr mit Drohungen vom Schwarzen Mann oder gar Schlägen verbunden sind, sollte eigentlich selbstverständlich sein.

Wichtig ist nämlich, dass Ihr Kind einen klaren Zusammenhang zwischen dem Vergehen und der Strafe nachvollziehen kann. Wenn Sie Ihr Kind hauen, weil es ein anderes Kind gehauen hat, geben Sie damit niemals ein gutes Vorbild ab, vermitteln sogar eher, dass es erlaubt ist, Menschen zu schlagen - sofern Sie schwächer sind als man selbst!

Eine bewährtes Vorgehen, wie Sie Ihr Kind bestrafen können, sodass die Strafe angemessen ist und Ihr Kind die wesentliche Lektion dabei lernt, ist, dass Sie es ohne viel Wut zu zeigen für eine bestimmte Dauer auf einen Platz verweisen. Dieser Platz kann ein Stuhl sein, auf dem ansonsten nicht viel gesessen wird.
Je nach Lebensalter sollte der "Arrest" eine Minute betragen. Für Ihr Kind im dritten Lebensjahr also zwei, im nächsten Jahr drei Minuten.

Erklären Sie Ihrem Kind den Grund der Strafe und bleiben Sie bei Ihrem Kind im Raum. Dies ist notwendig, da Sie Ihr Kind ja nur durch das Stillsitzen bestrafen wollen - was ihm ohnehin schwer genug fallen wird.

Gehen Sie nämlich aus dem Raum fort, wird Ihr Kind womöglich schwere Isolationsangst erleiden, die niemals Teil einer Strafe sein sollte!

Bleiben Sie auch im Raum, damit Sie acht geben, ob Ihr Kind auch sitzen bleibt! Wenn Ihr Kind von alleine aufsteht, lassen Sie es sich wieder hinsetzen und zählen Sie die Zeit neu.

Fragen Sie anschließend Ihr Kind, ob es weiß, warum es bestraft wurde. Ab dem dritten Geburtstag wird Ihr Kind höchstwahrscheinlich ein entsprechendes Erinnerungsvermögen haben, sodass es sich noch erinnern kann.

Geben Sie Ihrem Kind immer das Gefühl, dass Sie es lieben, auch wenn es sich ungezogen verhält und Sie es bestrafen müssen.

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