
Serie: ADHS/ADS
- ADHS bei Kleinkindern
- Wie wirkt sich ADHS im Schulalter aus?
- Welche Auswirkung kann ADHS bei Jugendlichen haben?
Wie wirkt sich ADHS im Schulalter aus?
Es ist fast unmöglich für sie nicht negativ aufzufallen. Besonders hyperaktive Kinder werden hier große Probleme bekommen, da der geregelte Stundenplan von ihnen ein angepasstes Verhalten erwartet. Im Unterricht herumzulaufen oder ständig mit den Nachbarn zu reden wird früher oder später unangenehm auffallen.Leider treten oft auch vermehrt Konflikte mit anderen Kindern auf, emotionale Instabilität und explodierendes, impulsives Verhalten erschweren die sozialen Kontakte.
Das verträumte ADHS-Schulkind ist hingegen kaum in der Lage, dem Unterricht über einen längeren Zeitraum zu folgen. Jedes Geräusch, jede Bewegung im Klassenraum wirkt ablenkend, Hausaufgaben dauern stundenlang und die Kinder entgleiten immer wieder in ihre Fantasiewelt.
Auch in ihrer häuslichen Umgebung sind Kinder mit ADHS zu erkennen.
Verheerende Wutausbrüche bei kleinsten Enttäuschungen werden die betroffenen Eltern nur allzu gut kennen, chaotische Dauerunordnung im Kinderzimmer, unregelmäßige Essgewohnheiten, tägliche Kleinkriege bei den Hausaufgaben und ein ungewöhnliches Schlafverhalten kennzeichnen unter anderem den Lebensstil dieser Kinder.Beispiel:
Sybille (10 Jahre) zieht sich immer öfter in ihr Zimmer zurück und ist traurig.Es gibt Tage, an denen klappt einfach gar nichts, obwohl sie sich immer wieder vornimmt, alles richtig zu machen. Auf den Geburtstag ihrer Freundin wurde sie nicht eingeladen, weil es mal wieder Streit gab.
Mit ihrer Mutter hat sie sich angebrüllt, weil die Hausaufgaben noch immer nicht fertig sind, ihr Zimmer ist so unordentlich, dass sie ihre Lieblingsbluse einfach nicht finden kann und in der Schule gab es auch nur Ärger.
Sybilles Versetzung ist gefährdet, denn sie schreibt oft schlechte Noten und konzentriert sich im Unterricht nicht genug.
Sie fühlt sich ungeschickt, ungeliebt und möchte manchmal gar nicht mehr aus dem Zimmer gehen. Jetzt droht beim Wechsel in die weiterführende Schule auch noch die Hauptschule.
Auch Sybilles Eltern sind verzweifelt. Sie sind überzeugt davon, dass ihre Tochter ein intelligentes Mädchen mit vielen Interessen ist, doch in ihrem Sozialverhalten fällt sie immer wieder auf, sie verliert schnell das Interesse und konzentriert sich nur auf Dinge, die ihr persönlich gefallen. Sie befürchten, dass die Hauptschule Sybilles Fähigkeiten nicht gerecht wird. Doch eine Lösung ihrer Sorgen kennen sie nicht.
Kinder mit ADHS lernen wenig oder gar nichts aus ihren Fehlern, weil sie die Ursache dafür gar nicht erkennen.
Selbst wenn sie bemerken, dass ihre große Unruhe oder ihr extremer Wutausbruch nicht angemessen waren, so können sie doch in der nächsten kritischen Situation aufgrund ihrer Impulsivität ihr Verhalten nur sehr gering steuern. Sie haben einfach einen anderen Wahrnehmungsstil, nehmen ihre Umwelt nicht so auf, wie Menschen ohne das Syndrom.
Gerade in der Schule ist es wichtig, ADHS Kindern mit Verständnis und Sensibilität zu begegnen. Es gibt viele Möglichkeiten für Lehrer, ADHS Kindern die Teilnahme am Unterricht zu erleichtern.
ADHS führt ohne Behandlung mit der Zeit dazu, dass die Kinder sich ausgegrenzt, andersartig, ausgeschlossen und ungeliebt fühlen.
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