
Zöliakie wird bei Erwachsenen auch Sprue genannt. Unter Zöliakie versteht man eine chronische Entzündung der Dünndarmschleimhaut in Folge einer Unverträglichkeit gegenüber dem Klebereiweiß Gluten. Gluten ist in zahlreichen Getreidesorten enthalten, u.a. in Weizen, Roggen, Gerste und Dinkel.
In Folge der chronischen Entzündung bilden sich bei Zöliakie-Betroffenen die Dünndarmzotten, kleine Vorwölbungen der Schleimhautoberfläche, weitgehend zurück. Dadurch können nicht mehr genügend Nährstoffe aufgenommen werden und Mangelerscheinungen treten auf.
Verlaufsform und klinisches Erscheinungsbild sind bei Zöliakie äußerst vielfältig. Aus diesem Grund ist die Überempfindlichkeit schwer zu diagnostizieren.
Wer ist betroffen?
Wie viele Menschen tatsächlich von Zöliakie betroffen sind, ist ungewiss. In Deutschland wird die Zahl offiziell mit 400.000 angegeben. Es kann jedoch davon ausgegangen werden, dass die tatsächliche Zahl deutlich höher liegt. Manche Experten schätzen, dass in Westeuropa zwischen 1 und 5 Prozent der Bevölkerung betroffen sind. Viele davon, ohne es zu wissen. Zöliakie kann in jedem Alter auftreten. Klassisch ist der Ausbruch beim Säugling nach der Umstellung von Muttermilch bzw. glutenfreier adaptierter Säuglingsmilch auf glutenhaltige Beikost, wie z.B. Haferflocken oder Vollkornbrei.
Aber auch Erwachsene können jederzeit eine Glutenunverträglichkeit entwickeln. Bei einem späteren Ausbruch zeigen sich häufig recht unspezifische Symptome, so dass es bisweilen sehr lange dauert, die Unverträglichkeit zu diagnostizieren. Das weibliche Geschlecht scheint insgesamt etwas häufiger betroffen zu sein.
Was sind die Ursachen?
Die Ursachen von Zöliakie sind bislang nicht vollständig geklärt. Man nimmt an, dass neben einer genetischen Disposition - in Familien, in denen die Unverträglichkeit bereits aufgetreten ist, liegt ein erhöhtes Risiko für Zöliakie vor – auch Umweltfaktoren, wie z.B. Infektionen eine Rolle spielen.
Welche Symptome treten auf?
Die Symptome der Zöliakie sind abhängig vom Alter beim Ausbruch sowie der Dauer der Unverträglichkeit. Sie sind äußerst vielfältig und in ihrer Ausprägung sehr unterschiedlich. Die klassischen Symptome sind Blähungen und Durchfälle, zum Teil mit massigen und durch die gestörte Fettverdauung auch fettglänzenden Stühlen.
Bauchschmerzen, Gewichtsverlust und Kraftlosigkeit können hinzukommen. Betroffene Kinder sind oft appetitlos, weinerlich und lustlos. Sie erbrechen häufig und gedeihen nicht richtig, d.h. sie nehmen nicht oder nur unzureichend an Gewicht zu und sind oft auch im Längenwachstum beeinträchtigt. Vielfach fallen sie durch einen aufgeblähten Bauch auf.
Interessant ist, dass etwa bei der Hälfte der Patienten zwar die charakteristischen Veränderungen der Darmschleimhaut nachgewiesen werden können, Magen-Darm-Beschwerden jedoch ausbleiben. Stattdessen treten vielfältige andere Symptome auf, wie z.B. Hautveränderungen (Dermatitis herpetiformis Duhring), Depressionen, Eisenmangel, Gelenkbeschwerden, Leberentzündung, Müdigkeit, Osteoporose, Reizbarkeit und – bei Frauen – Unfruchtbarkeit oder wiederholte Fehlgeburten.
Wie wird die Diagnose gestellt?
Grundlage für die Diagnose sind neben den klinischen Beschwerden der Nachweis von spezifischen Antikörpern im Blut sowie die Untersuchung einer Gewebeprobe der Dünndarmschleimhaut unter dem Mikroskop. Bestätigt wird die Diagnose durch einen raschen Rückgang der Symptomatik unter glutenfreier Ernährung.
Wie sieht die Therapie aus?
Die einzig mögliche Therapie bei Zöliakie besteht in der lebenslangen Einhaltung einer konsequent glutenfreien Ernährung. Durch eine solche regeneriert sich die Dünndarmschleimhaut und der Allgemeinzustand des Betroffenen bessert sich in der Regel schon innerhalb von wenigen Tagen.
Dank des vielfältigen und überall erhältlichen Angebots an glutenfreien Lebensmitteln, z.B. von DS, ist eine glutenfreie Ernährung heutzutage nicht mehr gleichzusetzen mit Verzicht und hohem Zeitaufwand. Betroffene können ein weitgehend normales, beschwerdefreies und genussvolles Leben führen.
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