
Zurück ins Berufsleben?
Für viele Mütter stellt sich nach der Geburt Ihres Kindes die Frage, wann und ob Sie wieder ins Berufsleben zurückkehren wollen.Die realen Bedingungen für die Wiederaufnahme der Berufstätigkeit und die Möglichkeiten einer optimalen Kinderbetreuung hängen stark von Ihrem jeweiligen Lebensumfeld ab, sodass Sie diese Möglichkeiten für sich nur an der Faktenlage prüfen können.
Sie sollten Ihre Gefühle, Bedürfnisse und Möglichkeiten genau prüfen bevor Sie sich überhaupt für das eine oder andere entscheiden, um zu einem Beschluss zu kommen, mit dem Sie auf Dauer glücklich sein können.
Die Wiederaufnahme des Berufslebens muss mit den allgemeinen Bedürfnissen Ihrer Familie abgeklärt werden. Berücksichtigen Sie Ihre eigenen Interessen, die Ihres Partners und die Ihres Kindes. Wie sieht es mit Ihren finanziellen Bedürfnissen aus? All diese Punkte gegeneinander abzuwägen, ist nicht leicht!
Egal, für was Sie sich entscheiden: Wesentlich ist, dass es bei jeder Ihrer Entscheidungen nur auf einen Kompromiss zwischen Ihren verschiedenen Bedürfnissen hinauslaufen kann, und dass es keine allgemein gültige Regel, sondern nur individuelle Entschlüsse geben kann.
Was gibt es überhaupt für Möglichkeiten, den Lebensunterhalt Ihrer Familie zu sichern?
Entweder geht der Vater oder die Mutter ganztags arbeiten. Oder Mutter und Vater gehen jeweils halbtags arbeiten. Vater oder Mutter arbeiten zu Hause und kümmern sich um das Baby. Vater oder Mutter gehen ganztags arbeiten, der jeweils andere Partner nur halbtags; das Baby wird in die Obhut eines vertrauensvollen Betreuers gegeben. Oder: Vater und Mutter arbeiten jeweils beide die volle Zeit und das Kind bleibt den ganzen Tag in Betreuung.Sie sehen: Die Möglichkeiten sind sehr vielfältig, Sie müssen sich nicht zwischen entweder oder entscheiden.
Sowohl für als auch gegen die rasche Rückkehr ins Berufsleben sprechen einige Fakten, die Sie gewissenhaft für sich klären sollten:
Geld:
Geld ist sicherlich ein entscheidendes Argument, warum das Berufsleben von vielen Müttern und Vätern wieder angestrebt wird. Ein Einkommen reicht trotz zeitweiliger staatlicher Unterstützung häufig nicht aus. Auf der anderen Seite sollten Sie aber prüfen, ob die Kosten, die Sie aufwenden, um wieder arbeiten zu gehen, die Einnahmen nicht wieder auffressen. Dazu gehören Ausgaben für Kleidung, Essen, etc.Prüfen Sie also, wie viel Geld Sie tatsächlich brauchen und für was. Wiegt ein exklusiver Urlaub den Stress und die Belastung einer Berufstätigkeit wieder auf?
Karriere:
Aber das Berufsleben ist nicht nur Stress und Belastung, sondern auch Freude am Schaffen und das Erkennen der eigenen Leistungskraft. Besonders viel Spaß macht die Arbeit, wenn realistische Karriereziele damit verbunden sind. Auf diese Ziele - und damit auf ein Stück Selbstverwirklichung zu verzichten - ist sicherlich nicht einfach.Doch in einigen Fällen kann die Karriere auch nach einer längeren Babypause fortgesetzt werden. Dies hängt vom Berufsweg ab, den Sie eingeschlagen haben. Auf die Karriere nicht verzichten zu wollen, sollte nicht als "egoistisches" Bedürfnis abgetan werden.
Sollten Sie aber allein durch "Perfektionismus" auf die Idee kommen, nicht das geringste Zipfelchen Ihrer Karrierechancen aufgeben zu wollen, liegen Sie sicherlich falsch.
Verabschieden Sie sich gegebenenfalls von den Vorstellungen, die durch die Medien verbreitet werden, dass moderne Mütter Beruf, Karriere und Kinderkriegen mit links schaffen - und schaffen sollten!
Gefühle:
Ihre Gefühle als Vater oder Mutter sollten Sie auf keinen Fall unterschätzen. Nicht hautnah dabei zu sein, wenn Ihr Kind die ersten Worte lallt, kann einen großen Verlust bedeuten.Sind Sie bereit darauf zu verzichten? Es bringt Ihnen wenig, wenn Sie mit halben Herzen Ihrem Beruf nachgehen und dabei trauern, weil Sie die Nähe zu Ihrem Kind vermissen. Prüfen Sie sich in dieser Hinsicht genau. Prüfen Sie Ihre Prioritäten!
Wenn Sie sich zu einer Entscheidung bekennen, die gar nicht Ihrem innersten Wesen entspricht und Sie deshalb unglücklich werden, helfen Sie weder Ihrem Kind noch Ihrem Partner. Gleiches gilt selbstverständlich auch, wenn Sie sehr stark an Ihrem Beruf hängen. Auch hier könnte eine undurchdachte Entscheidung zu langfristigen Verdruss führen.
Vertrauen:
Sie können Ihr Kind nur dann tageweise aus den Händen geben, wenn Sie genügend Vertrauen haben. Wenn Sie zu den Menschen, die Ihr Kind betreuen, werden kein Vertrauen haben, ist Ihr Unwohlsein vorprogrammiert und lässt Ihnen keine ruhige Minute.Es ist sehr wichtig, dass Sie auf Grundlage dieser Überlegungen in einer ernsten Diskussion Ihre Entscheidung treffen und herausfinden, was Ihre wichtigsten Bedürfnisse sind! Nur so werden Sie sich mit Ihrer Entscheidung wohl fühlen!
Wenn Sie sich für die Rückkehr ins Berufsleben entschieden haben, tauchen neue Fragen auf, die Sie abklären sollten:
- Wann kehre ich an meinen Arbeitsplatz zurück?
- Wie entscheide ich mich für eine gute Betreuung?
- Welche Art der Betreuung ist gut für mein Kind?
- Wer bringt das Kind weg, wer holt es ab?
- Wer sorgt sich um das Kind, wenn es krank ist oder wenn die Betreuung wegen Krankheit entfällt?
Prüfen Sie die Möglichkeiten der Kinderbetreuung in Ihrer Nähe. Sprechen Sie mit Ihrem Arbeitgeber über eine mögliche Flexibilität Ihrer Arbeitszeiten!

