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Gewalt und Prävention

Wenn Kinder aggressiv sind

Wenn Kinder aggressives Verhalten zeigen, wird dies als störend empfunden, zumal sich die Aggressionen meist gegen die Eltern, Lehrer, Erzieher und Kinder richten. Hier bekommen Sie Tipps zum Umgang mit aggressiven Kindern.

Ein wütendes Kind auf einem Spielplatz

Wenn ein Kind häufig aggressives Verhalten zeigt, kommen Eltern schnell an ihre Grenzen.
© copyright bei Toxawww | Dreamstime.com

Was ist aggressives Verhalten?

Aggressives Verhalten lässt sich in physische Aggression (schlagen, beißen, stoßen), verbale Aggression (schimpfen, Gerüchte verbreiten, lästern) oder in Rückzug (schmollen) unterteilen.

Aggressive Handlungen haben meist die Intention, andere zu schädigen oder manipulieren zu wollen. Werden andere aus Versehen geschädigt, da das Kind so unruhig ist und sich selbst schwer kontrollieren kann, geht man eher von einer Hyperaktivität aus. Schon früh kann sich die Disposition zu aggressivem Verhalten zeigen. Meist werden aggressive Kinder von ihren Eltern als besonders unruhig und schwierig eingestuft.

Folgende Merkmale weisen auf aggressives Verhalten hin:

  • eine niedrige Toleranzschwelle; das heißt, die Kinder werden schnell wütend oder verlieren die Nerven.
  • Kinder verstehen Dinge absichtlich oder unabsichtlich falsch. 
  • Auseinandersetzungen und Streit werden aktiv gesucht. So werden andere provoziert, bis es zum Streit kommt. 
  • die Schuld wird gerne beim anderen gesucht.
  • laut werden, schreien, schimpfen, viele Schimpfwörter verwenden, oft beleidigt sein
  • häufiges Lügen
  • später auch Diebstahl

Zum Umgang mit aggressiven Kindern

Wenn ein Kind aggressives Verhalten zeigt, zum Beispiel andere Kinder oft schlägt, im Kindergarten immer wieder in Konflikte mit anderen Kindern oder Erzieherinnen gerät, kommen Eltern sehr schnell an ihre Grenzen.

Dann wird nach Gründen gesucht, die erklären, warum das Kind so schnell aus der eigenen Haut fährt. Gerade aggressives Verhalten wird als besonders störend, unangenehm und auffällig empfunden. Außerdem treten gerade in sozialen Kontakten leicht Schwierigkeiten auf.

Um zu verstehen, ob das aggressive Verhalten eines Kindes zu größeren Schwierigkeiten oder einer sogenannten Verhaltensauffälligkeit führt, ist es wichtig, einige grundsätzliche Tatsachen über aggressives Verhalten zu beleuchten.

Grundsätzlich gilt, dass hinter "auffälligen" Verhaltensweisen innere Spannungen oder Konflikte verborgen sind. Hinter die Fassade zu schauen, kann helfen, ein Kind besser zu verstehen und angemessen auf störendes Verhalten zu reagieren.

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Wenn Sie bei Ihrem Kind aggressives Verhalten beobachten, ist das nicht gleich ein Grund zur Sorge. Wut und ähnliche aggressive Verhaltensweisen gehören zum menschlichen emotionalen Repertoire genauso dazu wie andere Gefühle.

Seiner Wut Ausdruck zu verleihen, kann helfen, Spannungen abzubauen. Kindern fehlt noch die Möglichkeit, sich über ihre Gedanken und Gefühle zu äußern. Sind sie durch bestimmte Situationen überfordert, kann eine Reaktion aggressives Verhalten sein. Die Geburt eines Geschwisters oder die Trennung der Eltern sind hier manchmal Auslöser. Solche aggressiven Reaktionen können eine vorübergehende Erscheinung sein und sich praktisch wieder "auswachsen".

Konflikte auch in der Schule

Manchmal bauen sich die aggressiven Reaktionen jedoch nicht ab und es kommt immer häufiger vor, dass das Kind in Wut gerät, schnell zuschlägt oder sich unangemessen verhält. Konsequenzen, Schimpfen und Drohungen scheinen nichts zu nutzen, ja sie scheinen alles noch schlimmer zu machen. Nicht nur zu Hause fängt das Kind an, sich Anweisungen zu widersetzen, auch in der Schule kommt es häufig zu Auseinandersetzungen mit Klassenkameraden und Lehrern.

Lässt sich aggressives Verhalten über mehrere Monate und in unterschiedlichen Situationen beobachten, empfiehlt es sich, eine Beratungsstelle oder andere professionelle Hilfe zu konsultieren.
Grundsätzlich ist aggressives Verhalten relativ stabil. Je früher versucht wird zu intervenieren, desto größere Erfolge lassen sich in einer Verhaltensänderung erzielen.

Autorin: Martina Jeblick, Dipl. Pädagogin

Schlagworte: Gewalt und Prävention

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