
... und wieder nichts mit schlafen
Kennen Sie das:
Der Arbeitstag ist wieder länger als geplant, denn - wie immer - kommt dem Chef zum Schluß die wirklich „gute Idee“ für die wichtige Präsentation am nächsten Tag. Na Klasse! Zähneknirschend wird diese natürlich umgesetzt, wohlwissend, dass man heute noch mit dem Schlafdienst an der Reihe ist.
Die Aufgabe des „ins Bett bringen“ ist aber trotz des – anstrengenden - Arbeitstages ganz in Ordnung und eigentlich recht spaßig, kann man doch etwas „länger“ mit den Kleinen noch rumtoben, verstecken und knuddeln.
Zu Anfang läuft alles auch prima, abgesehen von der nun doch Tribut zollenden Müdigkeit. Die ständigen Gähn-Attacken des Papas werden aber in das Spiel mit einbezogen und unter fröhlichem Gelächter wird pausenlos die Hand zur Nachahmung an den Mund geführt. „So, nun aber ab ins Bett !“, denken sie sich und machen den Krümel bettfertig. Zähne geputzt, Schlafsack an, ein letzter Schluck Tee, das Lieblingsbuch herausgesucht, „Hasi“, das Stoff-Langohr zum Abschied geküßt und Licht aus ...
Doch da passiert es: der kleine Herr hat es scheinbar gemerkt! Papa ist müde, Papa muß morgen früh raus, Papa muß morgen topfit sein ...
Also auf das Rufen des kleinen Mannes die Arbeitsunterlagen für die Vorbereitung wieder weggelegt und ab ans Bett ... Kurz streicheln, gut zureden und wieder raus .... Ein erneutes zartes Rufen und die Runde beginnt von Neuem ... Nach einer Stunde scheint es dann endlich mit dem Schlaf zu klappen. Wird auch Zeit!
Und: erkennen sie sich schon wieder?! Noch nicht? Dann geht es nun in die zweite Runde, denn dies war nur das Vorspiel für die Nacht. Das Durchschlafen der letzte Nächte ist vergessen und die Rufe nach dem Tee oder die spitzen Aufschreie scheinbarer Alpträume lassen sie nun schon fast verzweifelnd und halb stündlich die verbleibende Zeit bis zum Aufstehen zählen. ... Und neben ihnen scheint ihre Partnerin – ruhig im Schlaf atmend - nichts von Ihrer Situation mitzubekommen.
Müde gleitet ihre Hand auf den Wecker, der ihnen die schreckliche Gewißheit von nur vier Stunden Schlaf bestätigt. Aber schauen sie doch mal im Kinderzimmer vorbei und beobachten sie den zufrieden ausschauenden Gesichtsausdruck des kleinen Nachtschwärmers, der dort die morgendliche Verabschiedung an der Tür verschläft; sanft und ruhig, wie ein kleiner Engel ...
Autor: Michael Boeneke (Email schreiben)
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