Mobbing – Wenn der Schulbesuch von Angst bestimmt ist

Mobbing gibt es überall
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Die Schule sollte ein Ort des Lernens sein. Ein Ort, an dem sich junge Menschen gemeinsam weiterentwickeln. Für jeden sechsten Schüler in Deutschland ist die Schule jedoch ein Ort der Angst. Mobbing entwickelt sich zu einem immer größeren Problem, das an vielen Bildungsstätten das Lernen beinahe unmöglich macht. Zwar ist Mobbing kein neues Phänomen, doch die Ausmaße des gezielten mobbens scheinen heutzutage immer drastischer zu werden. Unter Mobbing versteht man eine Form der Gewalt, die sich gegen eine Person in offener, manchmal aber auch subtiler Form richtet. Ziel der Täter ist es, das Opfer “fertig zu machen”. Die böswilligen Handlungen haben dabei zahlreiche Gesichter und reichen von direktem Beschimpfen, Drohen und Hänseln bis zu eher unterschwelligen Methoden wie Ausgrenzen oder der Verbreitung von Gerüchten. Schon bei sehr jungen Schülern ist dieses Verhalten zu erkennen und Mobbing damit keineswegs nur ein Problem an weiterführenden Schulen. Bereits unter Grundschülern gibt es Mobbingopfer, die ausgegrenzt und systematisch von ihren Mitschülern geärgert werden.

Augen auf – so erkennt man Mobbing

Da Mobbing in vielerlei Formen und allen Altersstufen auftreten kann, ist es nicht immer einfach zu erkennen, ob jemand Opfer von Schikane ist. Abgesehen von offensichtlichen Anzeichen, wie körperlichen Verletzungen durch Gewalt oder Selbstverletzung, ist besonders das subtile Mobbing durch Ausgrenzen und Gerüchte für Eltern oft kaum wahrzunehmen. Als Elternteil sollte man daher sensibel auf Veränderungen und Auffälligkeiten der eigenen Kinder achten.

Mögliche Anzeichen dafür, dass Kinder/Jugendliche Mobbingopfer sind:

  • Plötzlicher Leistungsabfall in der Schule
  • Sie wollen vermehrt nicht mehr zur Schule gehen
  • Psychosomatische Beschwerden wie Bauchschmerzen, Übelkeit
  • Sie ziehen sich zurück
  • Sie haben Albträume, schlafen schlechter
  • Besitztümer fehlen/sind beschädigt, Geld verschwindet
  • Sie sind einsam, laden keine Freunde ein

Mein Kind ist Opfer – was soll ich tun?

Bemerkt man als Elternteil Auffälligkeiten am eigenen Kind, die darauf hindeuten, dass es Opfer von Mobbing sein könnte, ist das Wichtigste nicht wegzuschauen. Man sollte aktiv nachfragen, Interesse zeigen und Hilfe anbieten. Ratsam ist es, bei konkreten Mobbingfällen, die Schule zu involvieren. Lehrer und Schulleitung sollten auf jeden Fall informiert werden und helfen, das Problem zu lösen. Das Betroffene Kind muss unbedingt den Rückhalt der Familie spüren und wissen, dass es nicht alleine ist.

Mein Kind ist Täter – was soll ich tun?

Mobbing ist für die Opfer und auch deren Eltern schlimm. Doch was tun, wenn das eigene Kind nicht Opfer, sondern Täter ist? Schüler, die mobben wollen häufig Anerkennung erlangen. Oft steckt hinter den Taten ein Kompensieren eigener Unsicherheit. Wenn das eigene Kind mobbt, sollte man auch hier aktiv nachfragen und das Problem ansprechen. Eventuell lassen sich Unzufriedenheiten des Kindes finden, gegen die man gemeinsam angehen kann. Im Zweifelsfall sollte man sich Hilfe in der Schule holen. Oft können die Klassenlehrer, Schulleiter oder auch Sozialarbeiter in dieser Situation beraten und vermitteln.

Mobbing bestimmt das Leben vieler Schüler. Umso wichtiger ist Prävention und Aufklärung, wie sie Anti-Gewalt-Trainer Carsten Stahl anbietet. In der Sendung “Stahl:hart gegen Mobbing” auf RTL2 besucht er Schulen, um Opfern zu helfen und Tätern die Konsequenzen ihrer Taten klarzumachen.