Computerspiele

Längst sind die Spiele mehr als nur ein Zeitfresser. Sie sind ein fester Bestandteil heutiger Spielekultur und der heutigen Alltagswelt geworden. Und gerade darum ist es wichtig, dass Kinder lernen, sich sicher in diesen Spielewelten zu bewegen.
Kind, das zurück auf seinem mit seinem Vater liegt mit Laptop
Wichtig ist, dass Kinder nicht alleine mit dem Computerspiel sind, sondern dass sie Unterstützung von ihren Eltern erhalten. Alevtina Guzova | Dreamstime.com
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Nutzung von Computerspielen

Wenn Kinder Zeit am Computer verbringen, dann spielen sie in erster Linie. Und ein Großteil der Jungen zwischen sechs und 13 Jahren, nämlich 85 Prozent, spielt laut der KIM-Studie 2010 (Kinder + Medien, Computer + Internet)  des Medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest  hin und wieder Computer- oder Konsolenspiele. Von den Mädchen in dieser Altersgruppe sind es 68 Prozent. Je älter die Kinder sind, desto mehr Zeit verbringen sie mit Computerspielen.

Fachleute empfehlen, dass die Zeit, die sechs bis neunjährige Kinder am Computer verbringen, auf 45 bis 90 Minuten beschränkt werden sollte. Besonders Sportspiele, sogenannte Jump ´n Run Spiele und Rennspiele sind für diese Altersgruppe geeignet. Kinder ab zehn Jahren sollten nicht mehr als zwei Stunden vor dem Computer verbringen. Unbedenklich sind in diesem Alter in der Regel Strategie- oder auch Rollenspiele. Doch auch hier sollten Eltern darauf achten, dass die Spiele für die Altersgruppe ihrer Kinder freigegeben sind.  

Wenn das Kind zu viel Zeit mit Computerspielen verbringt, ist es wichtig, dass Eltern konsequent bleiben und dass sie dem Sohn oder der Tochter mögliche Alternativen aufzeigen, die ebenfalls Spaß machen. Sollten diese Maßnahmen nicht helfen, bieten etwa Suchtberatungsstellen Hilfe.

Es gibt bereits Computerspiele für Kleinkinder. Dabei gilt es jedoch, genau darauf zu achten, ob ein Spiel tatsächlich für ein kleines Kind geeignet ist oder nicht und ob ein Kind Spaß am Computerspiel hat. Es hängt immer vom individuellen Entwicklungsstand des Kindes ab, ob es Computerspiele bewältigen kann. Darum ist es notwendig, dass Eltern genau beobachten, wie sich ihr Kind während des Spielens verhält. Gerade im Alter zwischen drei und sechs Jahren sollten Kinder laut Fachleuten nicht länger als eine halbe Stunde am Computer spielen. Außerdem ist es wichtig, dass sie nicht alleine mit einem Computerspiel sind, sondern dass sie Unterstützung von ihren Eltern erhalten.

Arten von Computerspielen

Es gibt sehr viele verschiedene Arten von Computerspielen: sogenannte Jump´n Run-Spiele, bei denen der Spieler zum Beispiel durch Springen und Rennen mit seiner Figur Hindernisse überwinden und Rätsel lösen muss. Die sogenannten Sportspiele basieren auf realen Sportarten, wie Fußball, Tennis oder Autorennen.

Bei den Strategiespielen gilt es, durch möglichst strategisches Denken zum Beispiel eine Stadt aufzubauen, wirtschaftlich zu handeln und gegen mögliche Gegner zu gewinnen. Zudem gibt es Abenteuerspiele, bei denen Rätsel gelöst werden oder eine neue Gegend erkundet wird und Actionspiele, bei denen ein besonders Ziel erreicht werden muss. Bekannt sind auch die Rollenspiele, bei denen der Spieler in die Rolle eines virtuellen Wesens schlüpft, das Avatar genannt wird. Oft werden diese Spiele online, also im Internet, mit vielen anderen Spielern gespielt.

Chancen und Risiken von Computerspielen

Wenn die Gegner von Computerspielen sich zu Wort melden und auf die Gefahren von Spielen hinweisen, sprechen sie häufig von sogenannten Ego-Shootern, die oft auch als Killerspiele bezeichnet werden. Unter diesem Begriff versteht man Spiele, in denen der Kampf bis hin zum Töten virtueller Gegner selbstverständlich dazugehört. Um zu vermeiden, dass schon die Jüngsten mit diesen Spielen in Kontakt kommen, werden nach dem Jugendschutzgesetz Alterskennzeichen vergeben. Ähnlich wie die Altersfreigaben, die von Filmen bekannt sind, kennzeichnen sie, ob der Inhalt der Spiele jugendfrei ist oder nicht.

Auch Rollenspiele geraten immer wieder in die Kritik, weil Kritiker davon ausgehen, dass die jungen Spieler durch sie die Realität aus dem Blick verlieren können und sich ausschließlich in der virtuellen Welt bewegen. Tatsächlich ist es wichtig, dass Eltern darauf achten, wie oft und wie lange ihre Kinder Zeit mit Computerspielen verbringen. Denn obwohl sie zum Alltag längst dazugehören, sollte das reale Leben nicht unter dem Computerspielekonsum leiden.  

Oft wird allerdings vergessen, dass Computerspiele nicht nur Risiken bergen, sondern, dass sie auch viele Chancen bieten. Und so können Computerspiele zum Beispiel das Konzentrationsvermögen von Kindern sowie die Hand-Augen-Koordination fördern. Auch das räumliche Orientierungsvermögen und die Fähigkeit, zu kombinieren sowie Probleme zu lösen, können am Computer geübt werden. Viele Spiele verlangen von den jungen Nutzern auch, dass sie Ausdauer zeigen und dass sie mit Stress richtig umgehen. Besonders im gemeinsamen Computerspiel mit anderen Kindern lernen die Spieler außerdem, im Team zu handeln und sich gegenseitig zu unterstützen.

Damit Kinder ein richtiges Verhalten im Umgang mit Computerspielen lernen können, ist es wichtig, dass auch die Eltern wissen, in welchen Spielewelten sich ihr Nachwuchs aufhält. Sie sollten den Kindern als Ansprechpartner zur Verfügung stehen und möglichst oft gemeinsam mit den Kindern spielen.

Daniela Lukaßen