Vorzeitige Einschulung

Wird Ihr Kind zwischen dem 1. Juli und 31. Dezember des Jahres 6 Jahre alt, können Sie Ihr Kind vorzeitig einschulen lassen. Doch wann ist dies wirklich sinnvoll?
Die vorzeitige Einschulung
Ein Erstklässler sollte für mindestens eine Stunde stillsitzen und sich konzentrieren können. Photooasis | Dreamstime.com
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Natürlich bringt es Vorteile, wenn Ihr Kind früher eingeschult wird, denn dann ist es mit der Schule ein Jahr früher fertig.

Vorüberlegungen

Ist Ihr Kind aber noch nicht reif für die Schule, liegen die Nachteile auf der Hand:

Mit einem schlechten Start, z. B., weil sich Ihr Kind chronisch überfordert fühlt, bleibt das Selbstbewusstsein auf der Strecke, der Unterricht macht keinen Spaß und der Grundstein für eine mangelhafte Schulkarriere könnte damit gelegt werden. Die Anforderungen an ein Schulkind sind vielfältig.

So sollte es mindestens in der Lage sein, länger als eine Stunde still zu sitzen und sich konzentrieren zu können. Auch sollte es in der Lage sein, sich für mehrere Stunden von Ihnen trennen zu können, sich selbst an- und auszuziehen, sowie allein die Toilette aufsuchen zu können.

Seine intellektuellen Fähigkeiten sollten sich darin erweisen, dass es in der Lage ist, fehlerfrei zu sprechen, eine kurze Geschichte zu begreifen und richtig nacherzählen zu können. Auch sollte es in der Lage sein, mit Schere und Papier umzugehen, was Rückschluss auf seine motorische Entwicklung erlaubt, die das erfolgreiche Schreibenlernen bedingt.

Stellen Sie sich auch folgende Fragen:

  • Kann mein Kind sich in einer Gruppe behaupten? 
  • Kann es darüber hinaus auch ertragen, sich einer Gruppe unterzuordnen? 
  • Hat mein Kind Eigeninitiative beim Spielen? 
  • Kann mein Kind Enttäuschung und Frustration wegstecken? 
  • Kann mein Kind sich konzentrieren, zuhören und warten?

Wenn Sie sich über die Fähigkeiten Ihres Kindes unsicher sind, sprechen Sie am besten mit einer Erzieherin des Kindergartens. Oft haben die Erzieherinnen einen guten Überblick, auch über die soziale Kompetenz des Kindes, ob es mit anderen Kindern spielen und kommunizieren kann.

Häufig hat ein Kind vielleicht intellektuelle Stärken, dafür kann seine Kontaktfreudigkeit, Aufgeschlossenheit oder Selbständigkeit gemindert sein. Letztendlich kann ein Schulreifetest oder eine Erzieherin natürlich nur eine Empfehlung aussprechen, die Entscheidung liegt bei Ihnen.

Das Wohl des Kindes

Doch sollten Sie sich von Überlegungen, die nicht unmittelbar mit Ihrem Kind zu tun haben, frei machen:

Auch wenn die Freunde aus dem Kindergarten in die Schule eintreten, auch wenn Sie ein zweites Kind erwarten und der Schulbesuch des älteren Kindes Sie entlasten würde, oder Sie die Kosten für den Kindergarten vermeiden wollen – aus was für Gründen auch immer: Sie sollten stets das Wohl Ihres Kindes an erster Stelle setzen.

Beziehen Sie auch Ihr Kind in die Diskussion mit ein:

  • Möchte Ihr Kind überhaupt schon die Schule besuchen?
  • Oder fühlt es sich für ein weiteres Jahr im Kindergarten noch wohler?
  • Oder ist Ihr Kind im Kindergarten unterfordert und freut sich auf neue Herausforderungen? Im letzteren Fall spricht gegen eine vorzeitige Einschulung sicherlich wenig.