Textilpflege nach Faserarten

Baumwolle, Synthetik, Viskose & Co: Wie soll man die unterschiedlichen Textilarten pflegen? Nicht nur die eingenähten Pflegesymbole, auch die Faserarten geben Hinweise auf die richtige Behandlung beim Waschen, Trocknen oder Bügeln. Tipps für eine saubere Wäsche und worauf es bei den einzelnen Fasern ankommt.
Wäsche in der Waschtrommel
Jede Faserart hat unterschiedliche Bedürfnisse bei der Textilpflege.IKW
Schau mal hier: faserarten

Baumwolle

Jede Textilart hat unterschiedliche Anforderungen an das Waschmittel, das Trocknen und Bügeln – die Eigenschaften der Fasern bestimmen also wesentlich deren Pflege. Damit es keine bösen Überraschungen gibt, sollten einige Grundregeln eingehalten werden. Grundsätzlich gilt: immer die Pflegehinweise auf den Textilkennzeichen beachten.

Baumwolle: Die Fasereigenschaften

Baumwolle ist eine Naturfaser, die sehr widerstandsfähig, reißfest und angenehm zu tragen ist. Dadurch gehört sie zu den beliebtesten Ausgangsmaterialien für Textilien. Zusammen mit der Ramie-Pflanze wird Baumwolle oft zu einem feinen, glänzenden Stoff veredelt.

Baumwolle waschen

Weil Baumwolle so strapazierfähig ist, verträgt sie viele Runden in der Trommel. Weiße Baumwolle kann bei Temperaturen bis zu 60 Grad gewaschen werden. Für Weißwäsche und helle Wäsche mit bleichbaren Flecken wie Obst und Gemüse eignen sich Vollwaschmittel, für Buntes sind wegen der Gefahr des Ausbleichens Colorwaschmittel richtig. Soll die Wäsche anschließend in den Trockner, sollte sie mit möglichst hoher Drehzahl – etwa 1400 Umdrehungen pro Minute – geschleudert werden. Das spart Energie beim Trocknen im Wäschetrockner.

Baumwolle trocknen

Baumwolle kann in der Regel problemlos in den Wäschetrockner. Je nach Verarbeitung sollten aber die  Pflegevorschriften über die Trocknungsintensität beachtet werden, da Baumwolle auch einlaufen kann. Ideal trocknet Baumwolle auf der Wäscheleine in einem nicht beheizten Raum, noch besser im Freien. 

Baumwolle bügeln

Baumwolle mag es gerne heiß und unter Dampf. Am einfachsten fällt das Bügeln, wenn die Baumwolltextilien noch leicht feucht sind. Bei welcher Temperatur das Wäschestück gebügelt werden kann, zeigt das eingenähte Pflegeetikett – oft ist das Hitzestufe Punkt 3, die auf dem Bügeleisen-Symbol und auch im Textilkennzeichen zu finden sind.

Synthetik (Chemiefaser): Die Fasereigenschaften

Polyester, Polyamid und Polyacryl – das sind vollsynthetische Fasern, die zu hochelastischen, reiß- und knitterfesten Textilien verarbeitet werden. Diese Textilien sind gut waschbar, sie trocknen schnell und oft ist auch das Bügeln überflüssig. Wie auch bei den anderen Materialien sollte man vor der Pflege das Textil-Pflegekennzeichen lesen. 

Synthetik Waschen

Synthetik sollte bei maximal 60 Grad gewaschen werden. Weiße und fleckige Textilien vertragen Vollwaschmittel, Buntes sollte mit einem Colorwaschmittel gewaschen werden. Meist genügt es, die Wäsche im Pflegeleicht- oder Feinwäsche-Programm zu waschen. Achtung: Bei zu hohen Temperaturen droht die Gefahr der Thermofixierung von Falten.

Synthetik trocknen

Weil synthetische Stoffe sehr schnell trocknen, können sie tropfnass aufgehängt werden – am besten im Freien. Oft genügt es auch, die Wäschestücke in ein Badetuch zu wickeln und vorsichtig auszudrücken. Die restliche Feuchtigkeit verschwindet dann beim Trocken auf dem Kleiderbügel oder im Liegen.

Synthetik bügeln

Polyester knittern nur wenig, sodass diese Stoffe nur wenig oder gar nicht gebügelt werden müssen. Oft  genügt es schon, bei Waschen oder Trockenen entstandene Falten einfach glatt zu streifen. Wenn das Bügeln doch erforderlich ist, reicht Hitzestufe 1 (ein Punkt auf dem Bügeleisen). Um die Faser zu schützen, kann man zwischen Bügeleisen und Textilstück ein feuchtes Tuch legen und bei Hitzestufe 2 Punkt bügeln.

Viskose: Die Fasereigenschaften

Viskose beruht auf chemisch veredelten Naturrohstoffen. Diese Textilien haben – ähnlich wie Seide – einen weichen, fließenden Fall, der besonders bei Blusen oder anderen feinen Oberteilen erwünscht ist.

Viskose waschen

Weil Viskosegewebe empfindlich sind, sollten sie im Schonwaschgang gewaschen werden. Dabei sollte ein Feinwaschmittel Verwendung finden – es hat die Eigenschaft ein schützendes Schaumvolumen zu bilden, das die Wäsche vor Reibungsbewegungen schützt. Statt die Wäsche stark zu schleudern wird empfohlen, sie nur kurz anzuschleudern. 

Viskose trocknen

Viskose keinesfalls in den Wäschetrockner geben, da die Faser stark einlaufen kann. Ideal ist es, die Wäsche tropfnass aufzuhängen – im Freien oder über der Badewanne oder einem anderen Behältnis für das Tropfwasser. 

Viskose bügeln

Die Faser sollte noch leicht feucht sein und unter einem feuchten Tuch auf Hitzestufe 2 Punkt gebügelt werden. Auch Dampfbügeln ist möglich – dann aber genügt Hitzestufe Punkt 1.

Wolle: Die Fasereigenschaften

Wolle ist ein Naturmaterial, das aus mehreren Schichten besteht. Wolle ist wasserabweisend, hält Wärme gut zurück und ist elastisch. Zu den Wollarten gehören auch Kaschmir, Angora, Merino, Lambswool oder Mohair.

Wolle waschen

Nicht immer ist Wolle waschbar. Die meisten Wollfasern können allerdings von Hand gewaschen werden, manche sogar in der Waschmaschine. Ist das laut Pflegeetikett möglich, sollte das Wäschestück auf links gedreht und mit einem Spezialwaschmittel für Wolle kalt oder lauwarm (bis 30 Grad) im Wollprogramm gewaschen werden. Ungeeignet sind Voll- oder Universalwaschmittel und Colorwaschmittel, da sie die Wolle verfilzen können. 

Wolle trocknen

Wolle trocknet am besten, wenn sie in ein Badetuch gerollt und vorsichtig ausgedrückt wird und anschließend auf einem trockenen Tuch liegend in Form gezogen wird. Achtung: Soll Wolle im Freien trocknen, darf sich nicht direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt sein, da die Farben ausbleichen könnten. 

Wolle bügeln

Ist Bügeln erforderlich, sollte zwischen Bügeleisen und Textilstück ein feuchtes Tuch gelegt werden.

Seide: Die Fasereigenschaften

Seide ist eine besonders reißfeste und formstabile Faser, die eine sorgfältige Pflege erfordert. Seide ist leicht und angenehm kühl auf der Haut und wärmend bei Kälte. 

Seide waschen

Seidentextilien sind besonders empfindlich – nicht alle Seidenstoffe können daher gewaschen werden. Einweichen kann der empfindlichen Faser schaden. Seide sollte mit Spezialwaschmitteln gewaschen werden – bei niedrigen Temperaturen bis höchstens 30 Grad. In der Maschine den Schonwaschgang wählen und nicht schleudern. Flecken kann man unmittelbar vor der Wäsche mit einem flüssigen Wollwaschmittel oder für Seide geeigneten Fleckentferner vorbehandeln.

Seide trocknen

Ideal trocknet Seide, wenn sie tropfnass in ein saugfähiges Tuch gewickelt und anschließend liegend auf ein trockenes Handtuch gelegt und in Form gezogen wird. Seidenblusen trocken am bestens auf einem Kunststoff-Kleiderbügel – tropfnass aufgehängt. Beim Trocknen Sonne vermeiden, da dunkle Farben ausbleichen und helle vergilben könnten. 

Seide bügeln

Seide sollte noch leicht feucht sein und bei Hitzestufe 1 Punkt – am besten von links – gebügelt werden. Nicht mit Wasser besprengen, da Wasserflecken zurückbleiben  könnten.