Wenn das Baby nicht krabbelt

Langsam ein Händchen vor das andere setzen und sich Stück für Stück ein wenig mehr fortbewegen: Wenn ein Baby krabbeln lernt, ist das ein Meilenstein in seiner Entwicklung und eine Vorstufe zum Laufen. Was ist aber, wenn das Kind gar nicht krabbelt?
Wenn das Baby nicht krabbelt kann das viele Ursachen haben. Sprechen Sie daher mit Ihrem Kinderarzt.Jürgen Fälchle www.fotolia.de
Schau mal hier: baby krabbelt nicht

Für Eltern ist es oft ein ganz besonderer Moment, wenn der Nachwuchs damit beginnt, zu krabbeln. Und auch für die Kleinen selbst ist es ein entscheidender Entwicklungsschritt. Denn Babys, die krabbeln, können sich ganz alleine fortbewegen. Sie können ihre Welt ein Stück weit erkunden und sind dadurch ein kleines bisschen selbstständiger. Außerdem ist das Krabbeln eine Vorstufe des Laufens. Die Kinder trainieren so ihre Koordination und stärken die Muskeln, die sie auch brauchen, um später auf zwei Beinen zu stehen und zu gehen.

Kinder entwickeln sich individuell

In der Regel beginnen Kinder etwa im Alter zwischen sechs bis zehn Monaten zu krabbeln. Erst dann sind die Muskeln der Kleinen stark genug, den Körper zu halten. Und auch die Motorik der Kinder ist dann oft so weit ausgereift, dass sie im Stande sind, vorwärts zu krabbeln und sich koordiniert und gezielt zu bewegen.
Doch nicht jedes Baby beginnt in diesem Alter damit, sich auf diese Weise fortzubewegen. Einige Kinder brauchen deutlich länger. Das ist zunächst kein Grund zur Besorgnis. Denn jedes Baby entwickelt sich individuell und in seinem eigenen Tempo. Während einige Kinder schneller sitzen können, sind andere eben schon früh flinke Krabbel-Babys.
Eltern sollten sich daher keinesfalls selbst unter Druck setzen, wenn ihr Baby nicht in diesem Alter bereits flink durch die Wohnung krabbelt.
Beginnt ein Kind jedoch gar nicht von sich aus mit dem Krabbeln, kann es hilfreich sein, die Kleinen dazu zu ermuntern. Ein Spielzeug, das außerhalb der Reichweite des Kindes platziert wird, animiert das Baby beispielsweise dazu, irgendwie dort hinzugelangen. Außerdem sind Babys häufig deutlich aktiver, wenn sich Mama oder Papa in ihrer Nähe aufhalten. Es kann daher sinnvoll sein, wenn sich die Eltern zu dem Kind auf den Boden setzen, einen kleinen Ball rollen, den das Baby zu greifen versucht und wenn sie das Krabbeln auf diese Weise für das Kind attraktiver machen.
Darüber hinaus ist es wichtig, Kindern schon früh die Möglichkeit zu geben, sich frei zu bewegen, sich zu drehen, etwas zu greifen und zu robben. Denn Kindern, die die meiste Zeit festgeschnallt in einer Babywippe verbringen, fehlen oft die motorischen Fähigkeiten, um sich auf allen Vieren fortzubewegen.

Nicht alle Babys krabbeln

Rutschen, robben, krabbeln, laufen: Bei vielen Babys läuft die Entwicklung genau so ab. Doch nicht jedes Kind krabbelt tatsächlich, bevor es seine ersten Schritte macht. Einige Kinder überspringen diesen Entwicklungsschritt des Krabbelns komplett und gehen gleich auf zwei Beinen. Andere Kinder nehmen nicht die typische Krabbelhaltung ein. Sie rutschen auf dem Po durch die Wohnung oder ziehen sich anderweitig über den Fußboden. Das ist längst nicht bei jedem Baby das Zeichen für eine Entwicklungsverzögerung.
Dennoch gehen Experten davon aus, dass zu frühes Sitzen ein Grund dafür sein kann, wenn ein Baby nicht krabbelt. Das liegt etwa daran, dass die Muskulatur der Kleinen dann nicht entsprechend ausgebildet ist.
Darüber hinaus gilt das Krabbeln als eine wichtige Voraussetzung für die spätere Entwicklung des Kindes. Denn die Rücken- und Bauchmuskulatur des Babys wird durch das Krabbeln gestärkt. Das wirkt sich auch auf die weiteren Bewegungsabläufe des Kindes positiv aus. Darüber hinaus schult das Krabbeln die Wahrnehmung der Kleinen. Und auch der Orientierungssinn der Kinder wird dadurch geschult.

Im Zweifel Kinderarzt aufsuchen

Wenn Eltern vermuten, dass ihr Kind sich nicht altersgerecht entwickelt, wenn es beispielsweise im Alter von einem Jahr keinerlei Versuche unternimmt, sich alleine fortzubewegen, sollten sie einen Kinderarzt um Rat fragen.
Insbesondere Kinder, die zu früh geboren wurden, brauchen in ihrer Entwicklung ein wenig länger als andere Babys.
Krabbelt das Baby nicht und unternimmt auch keinerlei Versuche zu robben oder sich in anderer Form alleine zu bewegen, kann das unterschiedliche Ursachen haben. Welche das konkret sind, muss im Einzelfall abgeklärt werden.

Gründe für Krabbelverweigerung

Krabbelt ein Baby nicht, kann das ganz unterschiedliche Gründe haben. Häufig ist eine Hals-Blockade ausschlaggebend dafür, dass es dem Kind nicht gelingt, sich auf allen Vieren fortzubewegen. Auch Probleme im Schulter- oder Beckenbereich können eine Ursache sein. Die genauen Gründe sollten durch den Kinderarzt abgeklärt werden. Auch ein Osteopath erkennt Blockaden wie diese und kann sie in der Regel relativ schnell lösen.