Das Fläschchen abgewöhnen

Das Nuckeln am Fläschchen vor dem Einschlafen beruhigt. Und Eltern bringen es oft nicht übers Herz, ihren Kleinen das Fläschchen abzugewöhnen. Dabei kann das auch ganz ohne Tränen erfolgen und ist in vielen Fällen sogar sinnvoll.
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Ein guter Zeitpunkt, um Babys das Fläschchen abzugewöhnen, ist meist die Zeit kurz nach dem ersten Geburtstag. Dann sind die Kleinen motorisch oft schon in der Lage, einen Becher oder eine Tasse zu halten und daraus zu trinken.

Zeit geben

Eltern sollten jedoch nicht erwarten, dass das Abgewöhnen des Fläschchens von heute auf morgen erfolgen kann. Es sollte langsam, Schritt für Schritt stattfinden. Wenig ratsam ist es, auf einen Schlag alle gewohnten Fläschchen am Tag durch eine andere Mahlzeit zu ersetzen.  Und so ist es zum Beispiel sinnvoller, den Kleinen das Fläschchen zunächst nur noch abends zum Einschlafen zu geben, später nur noch so lange wie eine Gutenachtgeschichte erzählt wird, bis es schließlich komplett aus dem Alltag der Kinder verschwindet. Mütter und Väter sollten sich bewusst sein, dass die Abgewöhnung Wochen oder sogar Monate dauern kann. Dennoch ist es wichtig, am Ball zu bleiben. Denn das zu lange Nuckeln an der Flasche kann für die Kleinen gesundheitliche Folgen haben.

Zahnprobleme und Kieferverformungen

Durch das Nuckeln am Sauger werden die Zähne der Flaschenkinder permanent mit süßen oder säurehaltigen Flüssigkeiten umspült. Man spricht dabei vom sogenannten „Nursing-Bottle-Syndrom“, dem Nuckelflaschen-Syndrom. Auf diese Weise können schon Kleinkinder Karies bekommen und in der Folge an starken Zahnschmerzen leiden. Auch auf die bleibenden Zähne können die Schädigungen der Milchzähne Einfluss haben. Zudem kann sich der Kiefer aufgrund des Nuckelns am Sauger verformen. Ein weiteres Problem, zu dem es häufig kommen kann, ist Übergewicht. Forscher haben herausgefunden, dass Kinder, die lange und viel aus dem Fläschchen trinken, dicker sind als ihre Altersgenossen.

Konsequent bleiben

Das Nuckeln am Fläschchen ist für Kinder mit Geborgenheit und Sicherheit verbunden. Aus diesem Grund tun sich viele der Kleinen schwer damit, sich von der Flasche zu trennen. Ist die Abgewöhnungsphase jedoch eingeläutet, sollten Eltern konsequent bleiben. Das bedeutet: Das Fläschchen gibt es nur noch zu den vereinbarten Zeiten. Damit die Kleinen nicht verunsichert werden, sollten daher auch keine Ausnahmen gemacht werden. Dazu ist es auch sinnvoll, die Flasche so aufzubewahren, dass sie für die Kleinen nicht überall griffbereit herumsteht. Denn das verleitet Kinder dazu, immer wieder nach dem Fläschchen zu greifen, auch wenn sie eigentlich gar keinen Durst haben.
Eine gute Möglichkeit, um die Flasche für die Kleinen möglichst unattraktiv zu machen, bietet das Befüllen nur mit Wasser. Denn während süße Säfte oder Tees Kinder dazu verleiten, auch am Sauger zu nuckeln, wenn sie eigentlich gar keinen Durst haben, greifen Jungen und Mädchen seltener zum Fläschchen, wenn sich nur Wasser darin befindet. Außerdem ist das deutlich gesünder für die Zähne der Kleinen.

Nicht zu sehr ans Fläschchen gewöhnen

Schon von Anfang an können Eltern dafür sorgen, dass das Nuckeln am Fläschchen für das Baby gar nicht erst zur Gewohnheit wird. So ist es zum Beispiel sinnvoll, wenn Eltern die Flasche stets selbst halten, wenn sie das Kind füttern. Auf diese Weise wird vermieden, dass das Kind das Fläschchen alleine greift und so auch zum Zeitvertreib am Sauger nuckelt. Die Flasche dient dann nur der Nahrungsaufnahme und bekommt keine allzu große Bedeutung. Das Fläschchen sollte zudem nicht mit ins Bett genommen werden. Zur Beruhigung sollte dem Baby stattdessen ein Nuckeltuch oder Ähnliches angeboten werden.

Mit der Fläschchenfee zur Trinklerntasse

Schon bei kleinen Kindern sollten Eltern immer erklären, warum das Kind nur noch zu bestimmten Zeiten am Fläschchen nuckeln darf. Etwa, indem sie sagen, dass Sohn oder Tochter Zahnschmerzen bekommen können. Des Weiteren hilft es oft, wenn die Fläschchenfee ins Spiel gebracht wird. Sie kommt eines Abends nach der Abgewöhnungsphase, holt das Fläschchen ab, wenn das Kind schläft und lässt eine schöne Trinklerntasse da. Diese Tassen sind aus einem haltbaren Material, das nicht so schnell zerbrechen kann und durch den Deckel mit Schnabel wird verhindert, dass Flüssigkeit ausläuft, wenn die Tasse einmal umkippt. Außerdem haben Trinklerntassen an den Seiten Henkel, sodass das Kind die Tasse leicht alleine halten kann. Besonders toll ist es für das Kind, wenn auf diesem Becher zum Beispiel die Lieblingsfigur aus einem Kinderbuch abgebildet ist.
Spielt der Nachwuchs bei der Abgewöhnung vom Fläschchen gut mit, darf auch Lob nicht fehlen. Denn das bestärkt die Kleinen darin, weiter die Tasse statt der Flasche zu nutzen.