Stillstreik: Rettung für die Stillbeziehung

Stillende Mütter entscheiden sich sehr bewusst für diese Form der Ernährung ihres Kindes. Umso frustrierter sind sie, wenn ihr Baby die Brust ablehnt. Doch zumeist handelt es sich bei diesem Stillstreik um eine Phase, die überwunden werden kann.
Wenn das Baby nicht mehr trinken will, kann ein Milchstau auftretenunderdogstudios www.fotolia.de
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Die Zeichen der Brustverweigerung

Die Entwicklung einer funktionierenden Stillbeziehung zwischen Mutter und Kind braucht Zeit und Übung. Irgendwann jedoch sind beide ein eingespieltes Team, welches perfekt miteinander harmoniert.
Umso verblüffter sind die jungen Mütter dann, wenn das Kind plötzlich die Brust ablehnt. Es nimmt sie in den Mund, saugt kurz, lässt die Brust wieder los und gibt frustrierte Laute von sich. Eventuell dreht es sogar den Kopf von der Brustwarze weg. Der Hunger bleibt natürlich, ebenso wie die Frustration, so dass die Brust verweigernde Kinder zu weinen beginnen und insgesamt unglücklich wirken.

Der Ursache auf der Spur

Ehe dem Stillen eine Absage erteilt wird, sollte jede Mutter ergründen, warum ihr Kind plötzlich nicht mehr an der Brust trinken will. Denn in der Regel stecken keine schwerwiegenden Probleme dahinter, sondern es handelt sich bei dem Stillstreik nur um eine anstrengende Phase. Hat man die Ursache herausgefunden, lässt sich auch effektiv dagegen vorgehen. Häufige Auslöser eines Bruststreiks des Säuglings sind

  • einschießende Zähne, die Schmerzen beim Saugen verursachen,
  • Pilzinfektionen im Mund,
  • Mittelohrentzündungen oder grippale Infekte,
  • Saugverwirrung, wenn beispielsweise Stillhütchen verwendet werden oder das Kind parallel an künstlichen Flaschensaugern oder dem Schnuller nuckelt,
  • Veränderung im Geruch der mütterlichen Brust durch neue Cremes oder Parfüms,
  • Änderung in der geschmacklichen Zusammensetzung der Muttermilch, häufig verursacht durch besonders scharf gewürzte Speisen,
  • fehlende Wiedererkennung der mütterlichen Brust, da diese sich etwa nach drei Monaten verändert,
  • falsche Stillposition, die dem Kind das Saugen an der Brust erschwert, und
  • wunde Brustwarzen oder Milchstau bei der Mutter.

All diese Ursachen sind in der Regel nur vorübergehend und können mit einfachen Mitteln behoben werden. Für die Zwischenzeit hilft ein Abpumpen der Milch weiter, um die Milchbildung trotz Verneinung des Säuglings in Gang zu halten.

Verhungern vor der vollen Brust?

Wenn das Kind bei mehreren Stillmahlzeiten die Brust verweigert, kann es einer jungen Mutter schon mal Angst und Bange werden. Wird das Kind ausreichend versorgt? Oder verhungert es gar vor der prall gefüllten Brust? Der Griff zur Flaschennahrung ist hier nicht weit, allerdings oftmals unbegründet.
Sicher muss bei Neugeborenen die Gewichtsentwicklung im Auge behalten werden, aber je älter der Säugling allerdings wird, desto weniger dramatisch wirkt sich eine vorübergehende Stillverweigerung aus. In der Regel legt sich die Ablehnung spätestens dann, wenn der Hunger übermächtig wird. Deshalb sollte eine stillende Mutter sich zunächst in Geduld üben und dem Kind immer wieder die Brust anbieten. Parallel dazu ist darauf zu achten, dass das Kind nicht rapide an Gewicht verliert und ob die Windel regelmäßig durchnässt ist. Sollte das Kind allerdings apathisch wirken, ist unter allen Umständen ein Arzt zu Rate zu ziehen.

Effektive Hilfe gefragt

Da der Stillstreik zumeist auf ungefährliche Ursachen zurückzuführen ist, lässt er sich in der Regel auch mit einfachen Mitteln beheben. Neben dem „Aussitzen“ hilft bei Zahnungsbeschwerden ein kühlendes Gel. Auf eine Verwendung neuer Parfüms und Lotionen kann natürlich genauso verzichtet werden wie auf übermäßig gewürzte Speisen. Im Falle von Infektionen ist allerdings ein Arzt hinzuzuziehen, der die Beschwerden des Kindes in ihren Ursachen behandelt. Außerdem sollte darauf geachtet werden, dass Schnuller und Flaschensauger die natürliche Form der Brustwarze bestmöglich nachahmen.
Im Zweifelsfall ist der Besuch einer Stillberatung ratsam. Dort kann man nicht nur Hilfe bei wunden Brustwarzen und drohendem Milchstau erhalten, sondern wird auch in geeigneten Stillpositionen angeleitet. Die dortigen Fachkräfte behalten außerdem im Blick, wann ein Abstillen tatsächlich eine sinnvolle Lösung ist.