Versicherungen: Diese Policen sind überflüssig

Beinahe jedes Risiko lässt sich versichern – und immer mehr Menschen bezahlen dafür, dass ein Versicherer ein Risiko oder die Schadensfolgen übernimmt. Bei den Risiken Berufsunfähigkeit, Unfällen oder Krankheit ist die Entscheidung zwischen Pro und Contra nicht so schwer. Anders sieht es dagegen bei den folgenden Versicherungen aus, die kaum jemandem nutzen oder im Verhältnis Kosten-Nutzen fragwürdig sind.
Ein Familie mit zwei Kindern.
Immer mehr Menschen bezahlen dafür, dass ein Versicherer ein Risiko übernimmt. Melissa Schalke | Dreamstime.com

Insassenunfallversicherung

 Abgesichert sind hier die finanziellen Unfallfolgen von mitfahrenden Personen. Unter Experten gilt diese Versicherung als überflüssig, weil die Insassen über die Kfz-Haftpflichtversicherung des Fahrers bereits mitversichert sind. Besserer Schutz ist möglicherweise über eine Berufsunfähigkeitsversicherung oder eine Unfallversicherung erreichbar.

Sterbegeldversicherung

Experten raten davon ab, da sie für die meisten zu teuer ist. Besser könne man auf andere Weise für die Beerdigung sparen – etwa in Form einer Risikolebensversicherung oder auch einer Rentenversicherung, deren Todeskapital die Beerdigungskosten deckt, so der Rat unabhängiger Experten. Sinnvoll kann die Sterbegeldversicherung für Menschen sein, die aus Alters- oder Gesundheitsgründen keine Lebensversicherung mehr erhalten können.

Kreditversicherung

 Sie springt für den Fall von Kreditschulden im Todesfall ein. Experten raten davon ab, da sie oft zu teuer sei und zudem als Schutz vor Arbeitslosigkeit ungeeignet. Allerdings kann für Immobilienkredite eine Restschuldversicherung sinnvoll sein.

Autoschutzbrief

Experten raten von einem solchen Vertrag ab. Der Grund: Faktisch geht es nicht um die Abdeckung existenzieller Schäden und zudem sind Autoschutzbriefe schon preiswert in der Kfz-Versicherung enthalten.

Fondsgebundene Lebensversicherungen

 Das sind kapitalbildende Lebensversicherungen, die ihren Leistungsanspruch an eine Wertentwicklung  von bestimmten Fondanteilen oder anderen Indices knüpfen. Anders als bei der normalen Lebens- oder Rentenversicherung wird das Geld hier in ausgewählte Investmentfonds angelegt. Unter Experten gelten fondsgebundene Lebensversicherungen als unflexibel und meist zu teuer. Auch steuerlich gibt es nur wenige Vorteile.

Krankenhaustagegeld

 Diese Versicherung halten Experten von Finanztest unnötig. Sie soll einen Einkommensverlust ausgleichen, der sich für die Dauer des Krankenhausaufenthaltes ergeben kann. Meist sind Krankenhausaufenthalte aber eher von kurzer Dauer. Der Verdienstausfall durch den Krankenhausaufenthalt ist bereits durch das Krankengeld der Kasse oder durch eine private Krankentagegeldversicherung abgedeckt, die hier sinnvoller ist. Das Krankentagegeld ersetzt einen Teil des Einkommens, wenn der Versicherte besonders lange krank ist – etwa über sechs Wochen hinaus.

Glasversicherung

 Viele Familien leisten sich eine Glasbruchversicherung. Die Experten raten von diesen Versicherungen ab. Der Grund: Sie sind meist teuer, da die Vielzahl an Kleinschäden die Verwaltungskosten in die Höhe treiben. Meist ist der Glasbruchschaden, wenn er überhaupt eintritt, durch die geleisteten Prämien längst ausgeglichen.

Handy-, Reparatur-, Brillenversicherung: Experten raten von diesen Versicherungen ab, weil die Beiträge im Vergleich zur Schadenshöhe meist viel zu hoch sind. Besser sei es, Handy-, Brillen- und Reparaturversicherungen zu kündigen und für kleine  Schäden lieber selbst eine Geldreserve  anzusparen.

Fahrradversicherung

Eine Absicherung  gegen Diebstahl kann sinnvoll sein, wenn es um ein teures Fahrrad geht und sich dieses nicht mehr im Rahmen einer Hausratversicherung absichern lässt. Allerdings zahlen die Versicherungen in der Regel nur, wenn das Fahrrad in einem abgeschlossenen Raum gestanden hat. Fragwürdig sind Versicherungen für einfache Fahrräder, wenn die Schadenshöhe bei einem Diebstahl prozentual abhängig zur Hausratversicherung abgesichert ist. Hier sollte man prüfen, ob das Fahrrad nicht überversichert ist. 

Reisegepäckversicherung

 Hier übernimmt die Versicherung die finanziellen Folgen bei Beschädigung, Zerstörung oder Verlust des Reisegepäcks – und zwar sowohl  für den Versicherungsnehmer selbst als auch für Personen, die im selben Haushalt wohnen. Dennoch lohnt sich der Abschluss meist nicht, denn das Urlaubsgepäck ist meist über die Hausratversicherung oder den Reiseveranstalter geschützt. Hinzu kommt: Gemessen an den zu erbringenden Leistungen ist die Reisegepäckversicherung als teuer einzuordnen – nicht zuletzt deshalb, weil sie meist nur unter strengen Auflagen Ersatz leistet.

Ausbildungsversicherung

Hinter dieser Versicherung steckt meist eine Kapitallebensversicherung zugunsten der Kinder. Weil es hier in erster Linie um das Ansparen eines Geldbetrages geht und weniger um die direkte Absicherung des Ausbildungsrisikos, raten Experten davon ab. Grundsätzlich sollten Vermögensaufbau und Risikovorsorge voneinander getrennt sein. Weiterer Nachteil: Die Renditen sind hier viel zu niedrig. Als Sparform für die Ausbildung der Kinder sind Ausbildungsversicherungen nicht sinnvoll. Die Experten von Finanztest raten, das Geld für die Ausbildung der Kinder lieber in Fonds anzulegen.