Wenn am Monatsende das Geld knapp wird – Kurz- und langfristige Maßnahmen

Es kommt in vielen Familien häufiger vor, als man denkt: Der Monat neigt sich dem Ende zu, einige Tage bis zum Gehalt und Elterngeld sind aber noch zu überstehen, das Konto jedoch strahlt fast schon gähnende Leere aus. Da der Kühlschrank aber mindestens noch einmal gefüllt werden muss, eines der Kinder auch noch einige Euro für einen Schulausflug und das andere vielleicht neue Windeln braucht, müssen die letzten Münzen hierfür noch zusammengetrommelt werden.
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Nicht selten wird das Geld in Familien gegen Monatsende knapp. Für diese Fälle etwas zurückzulegen ist keine schlechte Idee. Um wiederholende Geldknappheit zu vermeiden, müssen allerdings andere Maßnahmen ergriffen werden.fotolia.de | jolopes (#96628731)

Einmal mag das vielleicht gut gehen, ein Dauerzustand ist das aber nicht. Welche kurz- und welche langfristigen Maßnahmen Familien dagegen ergreifen können, haben wir in diesem Beitrag zusammengefasst.

Kurzfristige Maßnahmen – Was auf die Schnelle getan werden kann

Das Beste aus dem Wenigsten rausholen

Zunächst gilt es, Ruhe zu bewahren und nicht an der aktuellen Geldknappheit zu verzweifeln. Wie bereits erwähnt, kann es jeder Familie einmal so gehen, dass gegen Monatsende das Budget ausgeht. Nicht selten sind dafür auch unerwartet hohe Ausgaben verantwortlich, die nicht durch einen bestimmten Rücklagebetrag abgedeckt werden können. So benötigt das Auto, mit dem täglich zur Arbeit gefahren wird, vielleicht dringend bestimmte kostenintensive Ersatzteile, da es sonst nicht durch den TÜV kommt. Oder persönliche Umstände, wie etwa eine langfristige Erkrankung oder die Erstkommunion eines Kindes wirbeln die finanziellen Planungen durch plötzliche wichtige Medikamentenbesorgungen oder Ähnliches durcheinander.

Es gilt dann, einen kühlen Kopf zu bewahren und genau zu überlegen, was bis zum nächsten Gehalt getan werden kann, um die Familie gesund und zufrieden über die Runden zu bringen. Zweifelsohne sind nun oftmals Einfallsreichtum und Kreativität gefragt. Nur so kann das Beste aus den wenigen, zur Verfügung stehenden Mittel rausgeholt werden. Wer sich aber ein wenig Mühe gibt, wird überrascht sein, wie viel möglich ist.

Das fängt schon bei der Ernährung an: Es sollten als erstes alle noch zur Verfügung stehenden Vorräte gesichtet werden. Vielleicht sind irgendwo im Eisschrank noch einige eingefrorene Toasts oder gar ein ganzes Brot zu finden. Oder es verstecken sich im Vorratsschrank oder der Vorratskammer noch Konserven oder Tütensuppen. Auch aus Trockenvorräten, wie Mehl, Trockenhefe, Wasser und Salz lassen sich schon leckere Brötchen zaubern. Mit Nudeln und Reis, die meistens auch in jedem Haushalt vorhanden sind und dazu einer Dose Pilze oder ein wenig Tomatenmark und den richtigen Gewürzen lassen sich nicht selten auch einfache und dennoch leckere Gerichte zaubern. Eingekauft werden sollte dann mit dem Restbudget passend zu den noch vorrätigen Lebensmitteln. So schafft man es in der Regel am einfachsten, bis zum kommenden Monat durchzustehen.

Bei der Körperpflege improvisieren

Ei als Shampoo auf dem Kopf unter der Dusche

Ein Eigelb statt Shampoo? Klingt merkwürdig, funktioniert aber hervorragend. Das Eiweiß allerdings sollte vorher doch besser getrennt werden. © fotolia.de | andriano_cz (#175893418)

Weiter geht es mit der Hygiene und Körperpflege. Verständlicherweise ist diese vielen Menschen wichtig und vor allem auch die Kleinsten sollen sich wohlfühlen und immer sauber sein. Dass es dazu aber teurer und besonders vielseitiger Pflegeprodukte bedarf ist absoluter Blödsinn. Gerade bei noch ganz jungen Kindern und vor allem bei Babys ist sogar das Gegenteil der Fall: Bei ihnen sind die Hautschichten einerseits noch dünner, und andererseits hat sich der natürliche Säureschutzmantel bei ihnen noch nicht vollständig ausgebildet. Das macht die Haut extrem sensibel und lässt sie stark auf chemische oder physikalische Reize reagieren; darüber hinaus muss die Babyhaut sich nach dem Verlassen des Mutterleibs neuen Umweltbedingungen anpassen, wobei der Hormonhaushalt komplett neu reguliert wird. Es gilt hier also: Weniger ist mehr!

Und auch die Eltern können sicher einmal einige Tage auf den Luxus der vollumfassenden Körperpflege verzichten. Cremes, Pülverchen und Sprays sind in der Regel sowieso überflüssig und müssen nicht täglich aufgetragen, bzw. verwendet werden. Die Zähne können, bei Zahnpasta-Knappheit auch einfach einige Tage nur mit Wasser oder mit Salz gewaschen werden – einige Zahnärzte sind sogar der Meinung, herkömmliche Zahnpasta nütze kaum etwas. Und beim Haarewaschen tut es statt Shampoo – so verrückt es vielleicht klingen mag – auch ein einfaches Eigelb (das Eiweiß kann dann beispielsweise für ein Rührei verwendet werden). Der Ei-Geruch, der die meisten stören dürfte, verschwindet übrigens, sobald das Haar getrocknet ist. Und wer sich dennoch daran stört, hat eventuell ein wenig Teebaumöl, Minzöl oder Ähnliches im Haushalt, das einfach vor dem Waschen mit dem Eigelb verrührt werden kann.

Reinigungsmittel selbst herstellen

Nicht nur ein Shampoo kann ganz einfach selbst hergestellt werden; auch Reinigungsmittel müssen nicht für teures Geld im Supermarkt erstanden werden, wenn die Wohnung noch vor Monatsende dringend auf Vordermann gebracht werden muss. Zwar suggeriert einem die Werbung, dass für Küche, Bad oder Boden ganz bestimmte Produkte notwendig und sinnvoll sind, die Wahrheit ist aber, dass es überall lediglich einer Bürste, Wasser und ein wenig Muskelkraft bedarf. Wenn sich in Küche und Bad dann doch einmal etwas härtere Verschmutzungen zeigen, die entfernt werden müssen, wirkt ein selbstgemachter Essigreiniger Wunder. Dafür wird einfach ein wenig Essigessenz mit Wasser versmischt – et voilà, jeglicher Fleck geht weg.

Finanzielle Unterstützung holen

Sollte es Ausgaben geben, die unbedingt getätigt werden müssen und für die das eigene Budget einfach nicht mehr reicht, hilft natürlich jegliches improvisieren im Haushalt nichts. Es gilt dann vielmehr, auf die Schnelle an bares Geld zu kommen, um sich nicht noch mehr Probleme aufzuhalsen. Die erste Möglichkeit ist, sich an Familienmitglieder und/ oder Freunde zu wenden. Wer diese bisher als zuverlässig und als hilfsbereit wahrgenommen hat und weiß, dass diese einem eine kleine Bitte weder übelnehmen, noch abschlagen würden, kann dies guten Gewissens tun und fragen, ob es möglich wäre, sich ein wenig Geld zu leihen und dieses Anfang nächsten Monats zurückzuzahlen.

Die zweite Möglichkeit ist, sich an eine offizielle Institution, wie etwa eine Bank oder private Kreditgeber zu wenden und sich hier Hilfe, etwa in Form eines geeigneten und einfachen Kredits, zu holen. Verbraucherkredite und spezielle Familienkredite sind hier die beste Wahl. Ein Lombardkredit wiederum, der die älteste Kreditform im Finanzwesen darstellt und den viele dennoch gar nicht kennen, kann die perfekte Unterstützung sein, um langfristig wieder auf die Beine zu kommen. Wer sich ein wenig mit Wertpapierhandel auskennt und spontan die Möglichkeit sieht, an geeigneter Stelle zu investieren, wem am Monatsende das Geld in der Familie aber einfach nicht ausreicht, der sollte sich die Aufnahme solch eines Kredits durch den Kopf gehen lassen. Aber welche langfristigen Maßnahmen gibt es eigentlich sonst gegen das leere Konto am Ende jedes Monats?

Langfristige Maßnahmen – Damit es nächsten Monat besser wird

Ein Haushaltsbuch führen

Um zu verhindern, dass sich die Geldknappheit von Monat zu Monat wiederholt und man aus dem ewigen Teufelskreis einfach nicht herauskommt, kann bereits die klassische und einfache Methode, ein Haushaltsbuch zu führen, hilfreich sein. In das Haushaltsbuch werden alle Ein- und Ausgaben, die in diverse vorher festgelegte Kategorien eingeteilt werden, notiert. Auf diese Weise kann zu jedem Zeitpunkt etwa das restliche Budget für den Monat ausgerechnet werden. Darüber hinaus kann immer auf einen Blick gesehen werden, für welche Kategorie besonders hohe Kosten angefallen sind und an welcher Stelle somit vielleicht noch gespart werden kann.

Das klassische und von Hand geführte Haushaltsbuch ist sehr einfach aufgebaut, dadurch aber auch in seiner Funktionalität begrenzt. Weil bei jedem Einkauf die Belege und Quittungen aufgehoben werden und eingetragen und alles im Kopf oder mit Taschenrechner manuell ausgerechnet werden muss, nimmt es dennoch nicht gerade wenig Zeit in Anspruch. Der Vorteil ist allerdings, dass sich Eltern dadurch automatisch mehr Zeit nehmen, um sich mit ihrem monatlich zur Verfügung stehenden Budget auseinanderzusetzen. Oft kann nach einigen Monaten außerdem wieder mit dem akribischen Führen des Haushaltsbuchs aufgehört werden, weil man dann weiß, an welchen Stellen zu sparen ist und wie man am besten über die Runden kommt.

Kategorien für das Familienhaushaltsbuch können sein:

  • Lebensmittel
  • Arbeit
  • Kindergarten und Schule
  • Essen/ Trinken auswärts
  • Transportmittelkosten
  • Fixkosten (Miete, Ratenzahlungen, Abonnements etc.)
  • Unterhaltung
  • Hobby
  • Hygiene und Kosmetik

Ausgaben streichen und Ballast abwerfen

Spätestens beim Führen des Haushaltsbuches wird ab einem bestimmten Zeitpunkt ersichtlich, dass es einige regelmäßige Kosten gibt, die im Grunde gestrichen werden können. Dies können ganz unterschiedliche Dinge sein, die man oft vergisst, weil sie schon so lange als Normalität angesehen wurden und sich überhaupt keine Gedanken über sie gemacht wird. Zu den Klassikern, die hierunter fallen, gehören:

  • Kaum genutzte und alte Mitgliedschaften in irgendwelchen Vereinen, Fitnessstudios usw.
  • Mobilfunkverträge, die vielleicht vollkommen überflüssig und deren Konditionen überteuert sind
  • Abonnements von Zeitschriften, Zeitungen, Fernsehprogrammen & Co.
  • Versicherungsbeiträge (die sich eventuell nicht lohnen)

Neben diesen Ausgaben, die gestrichen werden können, lassen sich vielleicht auch in der eigenen Wohnung Dinge entdecken, welche die Familie irgendwann einmal angeschafft hat und jetzt vielleicht nicht mehr braucht. Auf Flohmärkten, in Online-Auktionshäusern oder über Kleinanzeigen können diese veräußert werden. Das bringt zwar nur eine einmalige, kleine Finanzspritze, zusammen mit den langfristigen Ausgaben, die reduziert werden, kann so aber nach und nach mehr zusammengespart werden, was für die kommenden Monate ausreicht.

Ein Haushaltsbuch mit Einträgen

Wer sich streng an die vorher aufgestellten Einkaufspläne hält und bar bezahlt, vermeidet mitunter teure Lust- und Spontankäufe. © fotolia.de | FFCucina Liz Collet (#78816947)

Monatspläne aufstellen

Zu Beginn jedes Monats lassen sich recht einfach Monatspläne etwa in Hinblick auf die nötigen Lebensmittel aufstellen, die dann versucht werden sollten, einzuhalten. Wer ein Haushaltsbuch führt, hat es hier natürlich einfacher, weil dann nach einigen Monaten genau gesehen werden kann, wie viel Getränke und Nahrungsmittel pro Woche oder sogar pro Tag im Durchschnitt verbraucht werden.

Wichtig ist beim Einhalten dieser Pläne auch, nie hungrig einkaufen zu gehen, da es sonst oft zu Lustkäufen kommt. Stattdessen sollte sich strikt an den Einkaufszettel gehalten werden und es ist bestenfalls nur bar zu bezahlen. So kann nie mehr ausgegeben werden, als vorher als festgelegtes Budget in den Geldbeutel gesteckt wird.