Kind mit Hund
Kinder lieben Tiere. Ob Hund, Katze, Kaninchen oder einen gefiederten Freund muss gründlich überlegt seinfotolia.com © Christin Lola

Haustiere für Kids – Diese tierischen Freunde passen am besten

Die meisten Eltern kennen die Situation: Der Nachwuchs wünscht sich nichts sehnlicher als einen tierischen Freund. Egal, ob Hund, Katze, Maus oder Wellensittich – die Kids finden einen Freund fürs Leben und müssen zugleich Verantwortung übernehmen und die gemeinsame Zeit mit dem Haustier ist oft besonders prägend. Doch welches Haustier eignet sich für Kinder am besten?

Laut jüngsten Erhebungen haben die Deutschen etwa 30 Millionen Haustiere. Noch vor Hund, Kaninchen und Co. befindet sich die Hauskatze auf Platz 1 der Beliebtheitsskala in der Bundesrepublik: Hochrechnungen zufolge lebten im Jahr 2016 rund 13,4 Millionen Katzen in Deutschland.

Tierisch verantwortungsbewusst: Haustiere sind mehr als nur Freunde

Mit einem Tier aufzuwachsen bedeutet für die lieben Kleinen nicht nur, kuschelige Stunden gemeinsam mit dem Haustier zu genießen, sondern auch Verantwortung für ein anderes Lebewesen zu übernehmen. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, wie die Kinder in die Versorgung des Haustieres aktiv eingebunden werden können:

  • Gemeinsames Gassi gehen mit dem Hund
  • Regelmäßiges Säubern eines Käfigs
  • Bürsten des Fells
  • Füttern des Tieres

Auch wenn der Nachwuchs mit einer Aufgabe betraut ist, liegt die Verantwortung jedoch klar bei den Eltern. Welche Pflichten einem Kind übertragen werden, hängt zudem von individuellen Rahmenbedingungen ab: Um welches Haustier handelt es sich? Wie alt ist das Kind und wie zuverlässig bringt es sich ein? Welche spezifische Lebenssituation herrscht vor? Solche Fragen sind essenziell und sollten bereits vor der Anschaffung eines Haustieres durchdacht werden.

Alles in allem ist ein Haustier eine echte Bereicherung für die ganze Familie. Die gemeinsame Versorgung des Tieres festigt den Zusammenhalt innerhalb des Familienverbundes und bereitet gerade den Kids unvergessliche Momente, die lange in Erinnerung bleiben werden.

Der Hund: Der beste Freund des Menschen

Wer über die Anschaffung eines Haustieres nachdenkt, fragt sich nicht selten, welches Tier als neues Familienmitglied wohl am besten geeignet ist. Insbesondere Eltern, deren Kinder den Wunsch nach einem tierischen Gefährten äußern, haben die eine oder andere Sache zu bedenken. Generell gilt: Wer einem Hund ein Zuhause schenken möchte, sollte das immer gemeinsam als Familie tun. Nur, wenn sich auch die Eltern einen Hund wünschen, ist die Anschaffung auch sinnvoll. Mit einer Lebenserwartung von acht bis 15 Jahren nimmt der Vierbeiner einen dauerhaften Platz in der Familie ein, mit dem alle Familienmitglieder einverstanden sein müssen. Ferner sollten auch folgende Aspekte bedacht werden:

  • Finanzielles (Laufende Kosten für Futter und Ausnahmekosten, wie Tierarzt)
  • Wohnsituation (Erlaubt der Vermieter einen Hund? Was tun, wenn das Tier bellt?)
  • Zeit (Wer versorgt den Hund? Gibt es eine Urlaubsvertretung?)

Wichtig sind auch Überlegungen zur Sicherheit des Kindes: Tierheime und Tierschutzorganisationen sind sich einig, dass Trauma- bzw. erwachsene Hunde nicht in einen Haushalt mit Babys oder Kleinkindern vermittelt werden sollten. Zudem ist es immer ratsam, das Tier und den Nachwuchs nicht unbeaufsichtigt zusammen in einem Raum zu lassen.

Wer sich als Familie für einen Hund entscheidet, kann zahlreiche Sonnenstunden genießen, die gerade in der Entwicklung eines Kindes eine wesentliche Rolle spielen: Gemeinsame Spaziergänge mit dem Hund, liebevolles Bürsten des Fells oder einfach nur langes Streicheln sind Ereignisse, die so schnell nicht in Vergessenheit geraten.

Die Katze: Eigensinnig, aber kuschelbedürftig

Mädchen mit Katze

Das wohl beliebteste Haustier ist die Katze. Mit Regeln für die Kinder, kann eine tolle Freundschaft entstehen.

Ähnlich intensiv sind auch die gemeinsamen Erlebnisse mit einer Katze: Viele Kuschelstunden, die auch die Kids genießen, sind mit einer Katze vorprogrammiert. Aber auch hier gilt, dass Katzen nur angeschafft werden sollten, wenn wirklich alle Familienmitglieder dahinterstehen. Anders als ein Hund muss eine Katze nicht ausgeführt werden – das tut die Mieze liebend gerne selbst und geht dabei auf nachbarschaftliche Entdeckungstour – dennoch ist die Verantwortung gegenüber dem Stubentiger groß. Regelmäßiges Füttern, der Gang zum Tierarzt sowie Fellpflege sind Dinge, die mit einer Katze auf der Tagesordnung stehen. Der Nachwuchs kann mit anpacken, jedoch nicht die gesamte Verantwortung tragen. Hier stehen in letzter Instanz, ebenso wie beim Hund, immer die Eltern.

Auch bei der Katze müssen sich Gedanken rund um die Sicherheit des Kindes gemacht werden. Leben die Tiere – wie das bei Hunden und Katzen in unseren Gefilden der Standard ist – im Haus, so sollten hygienische Grundsätze beachtet werden. Regelmäßiges Händewaschen, vor allem vor dem Essen, und ein Entwurmen der Tiere ist Pflicht. Wichtig zudem: Allergiker müssen bei Tierhaaren ganz besonders Acht geben. Auch diese Überlegungen sollten bei der Planung für das Haustier für den Nachwuchs mit einfließen.

Nagetiere, Hamster und Kaninchen: Mehr als nur im Käfig

Wer sich dazu entscheidet, ein Kleintier nach Hause zu holen, der hat verschiedene Möglichkeiten: So sind nicht nur Meerschweinchen und Hamster beliebt, sondern auch Mäuse oder Streifenhörnchen.

Das Wichtigste zuerst: Hamster, Mäuse und Ratten sind niedlich, aber nachtaktiv. Das heißt konkret, dass die Tiere gerade dann schlafen möchten, wenn die Kids von der Schule nach Hause kommen und streicheln, liebkosen oder spielen wollen. In der Nacht hingegen, wenn die Familie schläft, geht es im Käfig heiß her: Die Tiere bauen an ihrer Behausung und erkunden ihr Revier ausgiebig.

Kind füttert Hase

Auch Kaninchen stehen bei Kindern meist hoch im Kurs.

Die besseren Haustiere für Kinder sind Meerschweinchen und Kaninchen, denn sie sind auch am Tag wach und können sowohl in der Wohnung als auch im Garten in einem Auslauf gehalten werden. Kids sollten Kaninchen und Meerschweinchen jedoch äußerst behutsam begegnen. Die Kleintiere sind schreckhaft und mögen es von Natur aus nicht, wenn sie von oben berührt werden. Das hat einen simplen, biologischen Hintergrund: Zu den natürlichen Feinden von Hasen und Kaninchen zählen Greifvögel, die sich von oben auf ihre Beute stürzen. Wichtig ist es zudem, die Tiere artgerecht zu halten: Sowohl Meerschweinchen als auch Kaninchen sind soziale Lebewesen, die mindestens zu zweit sein sollten. Mit einer Lebenserwartung von vier bis acht (Meerschweinchen) bzw. sieben bis elf Jahre (Hauskaninchen) sind die Tiere zudem keine kurzweiligen Begleiter im Leben der Kids.

Wer es etwas exotischer mag und nicht unbedingt ein typisches Kuscheltier sucht, hat viel Freude an einem Streifenhörnchen. Sie sind ebenso tagaktiv wie Kaninchen und Meerschweinchen, schließen allerdings keine richtige Freundschaft zum Menschen, den sie mehr als Futterspender wahrnehmen. Hier sollte auf die besonderen Ansprüche beim Futter geachtet werden.

Vögel und Fische: Schön anzusehen, aber keine Spielkameraden

Weitere „klassische“ Haustiere sind Vögel, hier vor allem Wellensittiche, und Fische. Beide Spezies sind nicht die richtigen Haustiere, wenn die Kinder auf der Suche nach einem tierischen Freund sind, der ausgiebig gestreichelt werden will. Zierfische sind in dieser Hinsicht absolut ungeeignet, ferner ist die regelmäßige Reinigung des Aquariums verhältnismäßig aufwendig und muss sorgsam durchgeführt werden, sodass Fische in der Regel auf der Beliebtheitsskala von Kindern relativ weit unten anzutreffen sind.
Wellensittiche sind hingegen populärer: Die bunten Vögel werden bei artgerechter Haltung etwa fünf bis acht Jahre alt und sind gesellige Tiere, die gerne auch die Nähe zum Menschen suchen. Wie auch bei den Meerschweinchen und Kaninchen gilt hier, dass gerade Kinder besonders vorsichtig im Umgang mit dem Tier sein müssen: Schnelle Bewegungen, heftiges Liebkosen und laute Geräusche sind Tabu. Vielmehr sind zaghafte Annäherungen angebracht, die der Vogel dann erwidern kann, wenn er sich sicher fühlt. Gerade geduldige und ruhige Kinder profitieren hier von ihren individuellen Wesenszügen und können auf diese Weise ebenfalls den Kontakt mit scheueren Haustieren genießen.
Die Frage nach dem passenden Haustier für das eigene Kind kann also nicht pauschal beantwortet werden, kommt es doch immer auf den Nachwuchs, die Familiensituation und die Eltern selbst an.