Masern aktuell – Warum impfen wichtig ist!

Masern - eine hoch ansteckende Viruserkrankung, die in Deutschland schon fast vergessen war
Kind mit Masern
Kind mit MasernMike Blyth

Masern sind eine hoch ansteckende Virusinfektion, wovon hauptsächlich Kinder betroffen sind. An dieser Infektion können aber ebenso Erwachsene erkranken. Das Krankheitsbild erkrankter Erwachsenen zeigt in der Regel einen schlimmeren Verlauf. Typische Symptome für diese Viruserkrankung sind rote Hautflecken, die Juckreiz verursachen können. Außerdem tritt eine Erkrankung der oberen Luftwege sowie Fieber auf. Der körperliche Zustand wird geschwächt. In Einzelfällen können lebensgefährliche Komplikationen wie Hirnhaut- oder Lungenentzündungen auftreten.

Das Masernvirus wird per Tröpfcheninfektion durch Husten, Niesen oder Sprechen übertragen. Das Virus gelangt über die Atemwegsschleimhäute in den Körper. Eine Ausbreitung kann auch ohne einen direkten Kontakt zur erkrankten Person durch die Luft erfolgen. Die größte Ansteckungsgefahr besteht einige Tage vor bis nach dem Krankheitsausbruch. Die Zeitspanne (Inkubationszeit) zwischen der Infektion und dem Ausbruch der Erkrankung beträgt ungefähr 10 bis 14 Tage. Eine Diagnose ist oft bereits durch den charakteristischen Hautausschlag möglich. In Zweifelsfällen erfolgen Blutuntersuchungen. Wer einmal an Masern erkrankt ist, genießt lebenslangen Schutz gegen eine Wiederholung. Dafür sorgen die über das Immunsystem gebildeten Antikörper.

Zur direkten Bekämpfung der ausgebrochenen Erkrankung bestehen keine therapeutischen Möglichkeiten. Es ist lediglich eine Linderung der Symptome und Beschwerden möglich. Neben fiebersenkenden Medikamenten sind Wadenwickel hilfreich. Wichtig ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Außerdem können Komplikationen gezielt behandelt werden. Bei einer festgestellten Erkrankung an Masern besteht in den meisten Ländern eine Meldepflicht.

Weltweit erkranken jährlich noch circa 200.000 Menschen an Masern

Seit den 60er Jahren besteht bereits die Möglichkeit, sich gegen Masern zu impfen. Mangelnde Aufklärung und mangelnder Impfstoff in den ärmeren Ländern haben diesen Missstand verursacht. Lediglich in Einzelfällen erfolgen begründet keine Impfungen, weil dadurch eine unkontrollierbar allergische Reaktion ausgelöst werden könnte. Aufgrund der insgesamt schlechten medizinischen Versorgung verstarben von den weltweit 200.000 erkrankten Menschen 70.000 an der Viruserkrankung. Daran wird die Gefährlichkeit der Erkrankung erschreckend deutlich. Die Weltgesundheitsorganisation hat daher ihr Ziel, die Masern weltweit bis zum Jahr 2020 auszurotten in die Zukunft verschoben. Nach Einschätzung von Experten müssen 95 Prozent der Bevölkerung geimpft sein, um die Verbreitung der Viren zu verhindern.

Für einen wirkungsvollen Schutz sind zwei Impfungen notwendig. Aufgrund unzuverlässiger Meldungen einiger Länder ist keine genaue Einschätzung der tatsächlich weltweit erfolgreich geimpften Menschen möglich, sondern lediglich eine Schätzung. Probleme mit der Erkrankung treten auch noch in Europa auf. Eine starke Verbreitung der Viruserkrankung mit über 8.000 Fällen fand seit 2016 und 2017 in Rumänien statt. Von den 32 Todesfällen waren überwiegend Kinder betroffen. In Rumänien haben über 200.000 Kinder keinen Impfschutz. Aufgrund von 3500 Fällen, die im gleichen Zeitraum in Italien gemeldet wurden, beschloss das Parlament eine Impfpflicht.

Die aktuelle Situation in Deutschland

Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts hat es deutschlandweit im Vergleich zum Vorjahr im Jahr 2017 die dreifache Anzahl von Fällen mit Masern gegeben. Insgesamt wurden über 800 Fälle registriert, darunter ein Todesfall. Davon war Nordrhein-Westfalen stark betroffen. Allein in Duisburg wurden 332 Fälle registriert. Dort wurde eine starke Anzahl rumänischer Zuwanderer festgestellt. Seit Anfang 2016 erkrankten in Rumänien überdurchschnittlich viele Menschen an Masern. Die bundesweit wenigsten Fälle wurden in Niedersachsen verzeichnet. Trotz ansteigender Impfzahlen ist derzeit etwa ein Viertel aller deutschen Kleinkinder ohne Impfschutz. Die niedrigen Impfraten zurückliegender Jahre ergaben sich aus der Fehleinschätzung, die Krankheit sei in Deutschland ausgerottet.

Nur eine Impfung bietet Sicherheit

Die einzige Vorsorgemöglichkeit gegen Masern ist eine Impfung. Bei dem in Deutschland zugelassenen Impfstoff handelt es sich um einen Lebendimpfstoff aus abgeschwächten Masernviren. Eine Reaktion des Immunsystems auf die Impfung ist nach ungefähr 4 bis 6 Wochen nachweisbar. Es sind jeweils zwei Impfungen vorgesehen, von denen die Erste im Alter von 11 bis 14 Monaten erfolgt. Die zweite Impfung findet im Alter von 15 bis 23 Monaten statt. Danach besteht ein lebenslang ausreichender Impfschutz.

Falls keine Impfung gegen Masern vorliegt, kann ein Arzt den Ausbruch der Erkrankung bis zum vierten Tag nach der Ansteckung durch eine Impfung verhindern (Postexpositionsprophylaxe). Außerdem besteht die Möglichkeit einer passiven Immunisierung. Dabei wird ein nicht vom Körper gebildeter Antikörper per Injektion verabreicht. Kritiker der Impfung führen aus, dass die möglichen Nebenwirkungen der Impfung nicht kalkulierbar seien. Zusätzlich bestreiten sie die Wirksamkeit der Impfung. Außerdem handele es sich bei Masern um eine harmlose Kinderkrankheit, die in der Regel komplikationslos verlaufe. Von der weitaus größeren Anzahl der Befürworter wird zwar die Möglichkeit von Nebenwirkungen, wie bei anderen Impfungen auch, nicht bestritten. Die Viruserkrankung, so zeige die Realität, sei jedoch alles andere als harmlos und der Verlauf wesentlich unberechenbarer als eventuelle Nebenwirkungen. Außerdem sei die Wirksamkeit der Impfung bewiesen.