Alleine aufs Konzert

Zur Musik der Lieblingsband tanzen und feiern und das ganz ohne Mama und Papa: Der Besuch eines Konzertes ist für viele Jugendliche ein ganz besonderes Highlight. Doch ab wann dürfen sie überhaupt alleine eine solche Veranstaltung besuchen? Und was muss dabei beachtet werden?
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Schau mal hier: konzertbesuch mit 14

Konzertbesuche bei den Teenie-Idolen der heutigen Zeit stehen hoch im Kurs. Aber viele Eltern sind unsicher, ob sie ihren Söhnen und Töchtern den Besuch einer solchen Großveranstaltung zutrauen können und ob er gesetzlich überhaupt erlaubt ist.

Die Rechtslage
Fakt ist: Ein Konzert ist keine Tanzveranstaltung. Und das ist ein wichtiger Punkt. Denn anders als bei Tanzveranstaltungen fällt das Konzert somit nicht unter § 5 des Jugendschutzgesetzes. Dieser Paragraf regelt, dass Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren in der Regel nicht ohne die Begleitung Erziehungsberechtigter an öffentlichen Tanzveranstaltungen teilnehmen dürfen. Dass Konzerte nicht als solche Tanzveranstaltungen gelten, räumt Eltern und Kindern also etwas Spielraum ein. Die Entscheidung, ob ihre minderjährigen Kinder alleine ein Konzert besuchen dürfen, ist darum in erster Linie die Sache der Eltern. Zumindest weitgehend. Denn auch die Veranstalter und die jeweilige Kommune, in der das Konzert stattfindet, kann bestimmte Auflagen erheben. Beispielsweise dann, wenn es um den Schutz des seelischen, geistigen oder körperlichen Wohls von Kindern und Jugendlichen geht. So kann etwa eine Altersgrenze für das jeweilige Konzert eingeräumt werden. Und diese gilt es, zu beachten.

In der Regel ist es so, dass Jugendliche bis zum Alter von 14 Jahren ein Konzert nur in Begleitung Erwachsener besuchen dürfen. Wenn der Erwachsene nicht sorgeberechtigt ist, sollte er eine sogenannte Vollmacht zur Personensorgeberechtigung mitnehmen. Diese muss von einem Elternteil des Kindes unterschrieben sein. Darüber hinaus sollte eine Ausweiskopie des Elternteils mitgenommen werden, der unterschrieben hat.

Jugendliche über 14 Jahren sollten beispielsweise einen Schülerausweis mitnehmen, um sich ausweisen zu können.

Kindeswohl im Blick haben
Doch selbst, wenn es keinerlei Auflagen zum Besuch eines Konzertes gibt, steht das Kindeswohl immer im Mittelpunkt. Ganz wichtig ist es darum, dass Eltern ganz genau überlegen, ob sie ihrem Nachwuchs eine solche Veranstaltung tatsächlich zutrauen. Gründliche Gespräche mit dem Kind, in dem die Eltern mit ihrem Kind besprechen, wie es sich in bestimmten Situationen verhalten sollte, gehören zur Vorbereitung des Besuches ganz selbstverständlich dazu.

Wenn es um das Wohl von Kindern und Jugendlichen geht, muss auch der Schutz ihrer Gesundheit eine wichtige Rolle spielen. Da es auf Konzerten häufig sehr laut ist, sollten die jungen Musikfans beispielsweise mit guten Ohrenstöpseln ausgestattet werden. Sie schützen das empfindliche Gehör der Teenager vor möglichen Schäden. Sinnvoll ist es, sich im Vorfeld bei einem Ohrenarzt zu erkundigen, welcher Ohrenschutz tatsächlich hilft.
Über den gesundheitlichen Schutz des Kindes und Jugendlichen hinaus, sollten Eltern sich immer genau damit auseinandersetzen, welches Konzert ihr Nachwuchs besuchen möchte. Denn längst nicht jeder Liedinhalt ist für die Ohren junger Teenies bestimmt. Daher gilt: Der Besuch von Konzerten, bei denen Songtexte zu erwarten sind, die nicht jugendfrei sind, sollte tabu sein.

Genaue Absprachen treffen
Um allen Beteiligten – Eltern wie Kindern – Sicherheit zu geben, sollten vor dem Konzertbesuch genaue Absprachen getroffen werden. So gilt es etwa, einen Treffpunkt zu vereinbaren, an dem Mütter und Väter ihre Kinder nach der Veranstaltung wieder abholen können. Auch die Frage, mit wem Sohn oder Tochter in das Konzert gehen, sollte unbedingt geklärt werden. Darüber hinaus kann auch ein Telefonat in der Pause abgesprochen werden. Das gibt Eltern und Kindern oftmals die Gewissheit, dass alles in Ordnung ist. Ganz wichtig ist jedoch, dass es bei dem einen abgesprochenen Telefonat bleibt und Mütter und Väter ihre Kinder nicht während der Veranstaltung immer wieder versuchen, auf dem Handy zu erreichen. Denn der selbstständige Besuch von Veranstaltungen dieser Art gehört für Jugendliche zum Erwachsenwerden dazu. Fühlen sie sich durch die Eltern kontrolliert, können Vertrauensverhältnisse schnell aus den Fugen geraten.

Mit einigen Spielregeln für beide Seiten kann der Konzertbesuch also zu einem echten Erlebnis werden.

http://www.t-online.de/eltern/erziehung/id_63213462/jugendschutzgesetz-mit-viel-jahren-auf-ein-konzert-.html

http://www.jugendschutz-giessen.de/download/Elterninformation-Fragen-und-Antworten.pdf

http://www.konzerte-wuerzburg.com/ab-wie-vielen-jahren-darf-man-auf-ein-konzert/