Ein brennendes Schwangerschaftsproblem: Sodbrennen

So schön eine voranschreitende Schwangerschaft auch ist, so leidig sind die unschönen Nebenwirkungen, die der wachsende Babybauch mit sich bringt. So gibt es ein schmerzhaftes Problem, von dem die meisten werdenden Mütter im fortgeschrittenen Stadium ihrer Schwangerschaft heimgesucht werden: Sodbrennen.
Sodbrennen ist eine sehr unangenehme Begleiterscheinung der Schwangerschafthartphotography www.fotolia.de

Ursachen des brennenden Reflux

Normalerweise sorgt ein Schließmuskel am Übergang zwischen Speiseröhre und Magen dafür, dass Speisen in den Magen zwar hinein, aber nicht mehr hinauskönnen. Doch in der fortschreitenden Schwangerschaft kann genau dieser seine Funktion nicht mehr vollständig wahrnehmen. Der Grund ist die zunehmende Raumforderung durch das Kind, welches nunmehr viel Platz für sich in Anspruch nimmt und dem die mütterlichen Organe weichen müssen. Im Resultat wird der Magen ordentlich nach oben hin komprimiert. Hierdurch entsteht ein Druck auf den Magenschließmuskel, der dadurch insuffizient werden kann.
Und auch das im mütterlichen Blutkreislauf vorkommende Hormon Prostaglandin, welches eine vorzeitige Wehenaktivität dank  seiner den Muskeltonus hemmenden Wirkung verhindern soll, lässt den Magenschließmuskel mehr und mehr erschlaffen. Im Ergebnis kann Mageninhalt samt Magensäure zurück in die Speiseröhre fließen – das lästige Brennen beginnt.

Effektive Hilfsmittel gegen Sodbrennen

Prinzipiell ist im Sodbrennen keine tatsächliche Gefahr zu erkennen. Allerdings kann ein gesteigerter Reflux eine unschöne Entzündung der Speiseröhre hervorrufen. Aber auch die Auswirkungen auf die Lebensqualität einer werdenden Mutter sind leider enorm, so dass effektive Hilfe im Kampf gegen das saure Aufstoßen gefragt ist.

1. Optimale Liegeposition

Die meisten Schwangeren berichten davon, dass das schmerzhafte Sodbrennen vor allem in der liegenden Position sein hässliches Gesicht zeigt. Hier hat es sich bewährt, stets mit leicht erhöhtem Oberkörper zu schlafen, da dabei die Schwerkraft mithilft. Aber auch die linke Seitenlage nutzt die anatomischen Gegebenheiten und sorgt für einen natürlichen Verschluss der Speiseröhre.

2. Geeigneter Essenszeitpunkt

Wer hinsichtlich seines Sodbrennens auf Nummer sicher gehen will, der sollte zwischen seiner letzten Nahrungsaufnahme und dem Zubettgehen mindestens drei Stunden verstreichen lassen. Und auch bei mittäglichen Ruhephasen sollte darauf geachtet werden, dass diese frühestens eine Stunde nach der letzten Mahlzeit eingeläutet werden.

3. Sinnvolle Ernährungsumstellung

Während der Schwangerschaft sollte eine gesunde Ernährung ohnehin im Fokus stehen. Wer von Sodbrennen geplagt wird, der muss diesen Ratschlag gleich doppelt beherzigen. Fettige Speisen, Süßigkeiten und ausgedehnte Essensaufnahmen sorgen für eine langwierige Verweildauer der Nahrung im Magen, was wiederum dem Sodbrennen den Weg ebnet. Wesentlich besser geeignet sind mehrere über den Tag verteilte kleine Mahlzeiten, die vor allem leicht verdauliche Speisen beinhalten. Auch eine ausreichende Trinkmenge beeinflusst den Reflux positiv, wobei auch hier ungesüßte Getränke im Vordergrund stehen sollten. Außerdem sollte die Flüssigkeitsaufnahme während der Mahlzeiten reduziert werden.

4. Gut gekaut ist halb verdaut

Wer die Verdaulichkeit von Nahrungsmitteln positiv beeinflussen möchte, der sollte dem Kauvorgang ausreichend Zeit widmen. Denn dadurch werden die Speisen nicht nur zerkleinert, sondern durch im Speichel enthaltene Enzyme bereits vorverdaut. Der rege Speichelfluss birgt aber noch einen positiven Nebeneffekt, denn er ist in der Lage, brennende Magensäure zu neutralisieren.

5. Hilfreiche Nahrungsempfehlungen

Auch der Vorratsschrank gibt so manches Hilfsmittel her, welches hervorragend gegen Sodbrennen eingesetzt werden kann. Milch und Joghurt in kleinen Mengen nach jeder Mahlzeit genossen, können beispielsweise die empfindliche Speiseröhre schützen. Und auch mit dem in Kaugummi enthaltenen Bicarbonat lässt sich brennender Magensäure sehr gut der Garaus machen. Nicht zuletzt ist Ingwer, ob roh, als Tee oder in einer Suppe, ein hilfreiches Mittel nicht nur gegen Übelkeit sondern auch gegen den Reflux.

6. Medizinische Hilfe

Wer das Sodbrennen trotz aller Versuche nicht loswird, der sollte dieses Problem beim nächsten Kontakt zur Hebamme oder zum Gynäkologen thematisieren. Diese haben nicht nur verschiedene wirksame Medikamente parat, sondern können beispielsweise auch mittels Akupunktur oder Akupressur Abhilfe verschaffen.