Rauchfrei durch die Schwangerschaft

Rauchen ist eine weit verbreitete Sucht, die ein hohes gesundheitliches Risiko birgt. Dessen sind sich die meisten Raucher bewusst und dennoch greifen sie weiter zur Zigarette. Immerhin, so das weit verbreitete Argument, entscheiden sie selbst darüber, was sie ihrem Körper zumuten und was nicht. In der Schwangerschaft gestaltet sich dies jedoch gänzlich anders, denn der Zigarettenkonsum hat einen direkten Einfluss auf das Ungeborene und kann massive Folgen nach sich ziehen. Aber wie ist der schnelle Ausstieg aus der Nikotinabhängigkeit zu schaffen?
Rauchen in der Schwangerschaft schädigt das ungeborene Kindsergiibobliakh www.fotolia.de

Die Gefahren des Rauchens in der Schwangerschaft

Dass Rauchen generell gesundheitlich bedenklich ist, steht außer Frage. Während der Schwangerschaft stellt der Griff zur Zigarette allerdings eine lebensbedrohliche Gefahr für das Ungeborene dar. Nicht selten werden Kinder rauchender Mütter mit einem deutlich geringem Geburtsgewicht und einer allgemeinen Entwicklungsretardierung entbunden, die auch auf den weiteren Entwicklungsprozess Auswirkungen hat. Auch Früh-, Fehl- und Totgeburten kommen bei rauchenden Schwangeren gehäuft vor. Mit einer Erhöhung des Risikos, an Allergien und Asthma zu erkranken, haben Kinder rauchender Mütter auch lange nach ihrer Entbindung mit den Auswirkungen des Zigarettenkonsums zu kämpfen. Nicht zuletzt ist die Gefahr des Plötzlichen Kindstodes bei Kindern, die im Mutterleib der Nikotinbelastung ausgesetzt waren, erhöht.

Wer aufhören will, braucht Unterstützung

Etwa 30 Prozent aller werdenden Mütter rauchen zum Zeitpunkt der Feststellung der Schwangerschaft. Viele fassen jedoch sogleich den Entschluss, dem unliebsamen Laster ein Ende zu bereiten. Doch das ist oftmals leichter gesagt als getan.
Das Rauchen ist eine Sucht, die mit entsprechenden Entzugssymptomen einhergeht. Diese halten allerdings nicht allzu lange an. Es ist vielmehr die psychische Abhängigkeit, die immer wieder zum Glimmstängel greifen lässt. Deshalb muss es das erste Ziel sein, diese zu durchbrechen.
Idealerweise sucht man sich bei diesem Schritt hilfreiche Unterstützung. Ein ehrliches Gespräch mit Hebamme und Gynäkologen ist dabei genauso wichtig wie offene Worte gegenüber Freunden und Familie. Diese sollten aus Solidarität in Anwesenheit der Schwangeren auf die Zigarette verzichten, aber gleichzeitig auch zum Ansprechpartner werden, wenn die Gier übermächtig zu werden scheint. Findet sich ein ehemaliger Raucher, der mit Rat und Tat zur Seite steht, wäre dies natürlich ideal. Ansonsten kann jedoch auch der Besuch einer professionellen Entwöhnungstherapie hilfreiche Impulse setzen.

Erfolg braucht einen Plan

Mit dem Rauchen aufzuhören muss wohl überlegt sein. Niemals sonst ist die Rückfallquote höher als nach einer Kurzschusshandlung. Deshalb sollte sich die werdende Mutter nicht nur einen konkreten Termin setzen, zu dem sie das Rauchen aufgeben wird, sondern auch das Wie genauestens planen. Soll die Anzahl täglich gerauchter Zigaretten kontinuierlich gesenkt werden? Oder ist der abrupte Schlusspunkt die bessere Wahl? Die diesbezügliche Entscheidung liegt allein in den Händen der Schwangeren, sollte aber konsequent in Richtung der Rauchfreiheit führen.

Rauchfrei dank Hilfsmitteln

Manche Frauen empfinden den Suchtdruck als so stark, dass sie trotz des Wissens um die Gefahren den Absprung nicht schaffen. Für sie kann der Einsatz von Hilfsmitteln eine mögliche Alternative sein. Neben dem klassischen Lutschen von Bonbons und dem Kaugummikauen stehen Nikotinpflaster und Nikotinkaugummis als Optionen zur Wahl. Deren Anwendung sollte jedoch stets mit einer Hebamme abgesprochen sein. Auch ein Spray zur Raucherentwöhnung kommt in Betracht.
Wer auf sanfte Art eine Unterstützung wünscht, kann diese in der Akupunktur finden. Viele naturheilkundlich qualifizierte Hebammen haben diese Indikation in ihr Leistungsrepertoire aufgenommen.

Gründe vergegenwärtigen

Egal welcher Wege und Hilfsmittel sich eine Schwangere zur Zigarettenentwöhnung auch bedient, der Erfolg hängt stets von ihrer eigenen Motivation ab. Und diese lässt leider angesichts lästiger Entzugssymptome allzu schnell nach. Nun ist es wichtig, sich immer wieder den Grund der angestrebten Abstinenz vor Augen zu führen. In vielen Fällen reicht dies für einen neuerlichen Motivationsschub bereits aus.