1. – 4. Schwangerschaftswoche (SSW)

Sie beginnt mit dem Verschmelzen von Ei und Samenzelle und endet mit der Geburt eines Babys: Die aufregende Zeit der Schwangerschaft, in der sich vieles verändert. Schon in den ersten Wochen passiert richtig viel - im Körper einer schwangeren Frau und mit dem Baby.
erster Schwangerschaftsmonat
Entwicklung des Kindes im ersten Schwangerschaftsmonat.Lukaves | Dreamstime.com
Schau mal hier: schwangerschaft ernährung erste wochen

Die Befruchtung

In Ihren Eierstöcken bilden sich jeden Monat Eibläschen (Follikel), in denen eine Eizelle reift. Während des Eisprungs zwischen dem zwölften und 17. Tag Ihres Monatszyklus platzt das Eibläschen dabei auf und gibt die Eizelle frei. Dann legt der Eileiter sein trichterförmiges Ende über die Eizelle, die in den Eileiter hineingespült wird. Dort kann es von einer Samenzelle befruchtet werden.
Gerade einmal zwölf bis 24 Stunden ist eine Eizelle befruchtungsfähig.

Der Weg bis zur Befruchtung hat viele Tücken: Wenn sich die bis zu 500 Millionen Spermien auf den Weg zum Gebärmutterhals machen, müssen sie eine rund  20 Zentimeter lange Strecke zurücklegen. Sie wandern durch den
Muttermund in die Gebärmutter und dann in Richtung  Eileiter. Erst dort haben sie ihr Ziel erreicht: die reife Eizelle. Bis dahin sind etwa ein bis drei Stunden vergangen. Nur ein kleiner Teil schafft es bis zur Eizelle, die meisten bleiben zurück. Und nur ein Spermium kann die Eizelle schließlich befruchten.
Mit ein paar „Wegweisern“ hat die Natur hier nachgeholfen: Zum einen ist die Region um die Eizelle etwas wärmer – und das zieht die Samenzellen an. Zum anderen strömt die Eizelle bestimmte Duftstoffe aus, die die Spermien anlocken, sobald sie in ihre Nähe geraten. Das neue Leben kann beginnen!

Bin ich schwanger? Wie Ihr Körper reagiert

Vielleicht haben Sie in den letzten Tagen körperliche Anzeichen bemerkt, die auf eine Schwangerschaft hindeuten könnten. Die Symptome können alle zusammen, vereinzelt oder überhaupt nicht auftreten. Jede Schwangerschaft ist individuell.

Mögliche Anzeichen einer Schwangerschaft:

  • Ausbleibende Regelblutung
  • Größere und empfindlichere Brüste
  • eventuell Dunkelfärbung der Brustwarzen
  • stärker durchblutete Schamlippen, eventuell sind sie dunkler verfärbt
  • Übermäßiger oder geringer Appetit, Heißhunger
  • der Geruchssinn ist sensibler
  • Übelkeit und Geruchsempfindlichkeit
  • starke Müdigkeit oder Erschöpfungsgefühl
  • Schwindel, Reizbarkeit, Sensibilität
  • häufiger Harndrang
  • Krämpfe im Unterleib oder Einnistungsblutung
  • hohe Basaltemperatur

Positiv! Ihr Schwangerschaftstest

Schwangerschaftstests weisen das Hormon HCG nach. Ihr Körper produziert es, sobald sie schwanger sind. HCG ist im Blut oder im Urin nachweisbar. Zu Hause können Sie einen einfachen Urintest machen: Dazu kaufen Sie sich in der Drogerie oder Apotheke einen Schwangerschaftstest. 14 Tage nach der Befruchtung können Sie ihn durchführen.

Eine Blutuntersuchung kann schon ab dem zehnten Tag nach der Befruchtung Ihre Schwangerschaft nachweisen. Ob Sie Ihren Schwangerschaftstest in der Apotheke oder Drogerie kaufen spielt keine Rolle, denn sie funktionieren alle nach dem gleichen Prinzip: Die Teststreifen reagieren alle auf das im Urin der Schwangeren enthaltene Hormon hCG und sind gleich zuverlässig.

Am besten wenden Sie sich möglichst bald an Ihren Frauenarzt, der Ihnen die Schwangerschaft ab der zweiten oder dritten Schwangerschaftswoche mit Sicherheit bestätigen kann. Er errechnet auch anhand der letzten Regelblutung den voraussichtlichen Geburtstermin.
Nach der Vereinigung von Spermium und Eizelle und bildet sich eine „Minizellkugel“. Diese wandert sechs Tage lang in die Gebärmutter, wo sie sich – bestehend aus etwa 100 Zellen – in die Gebärmutterschleimhaut einnistet. Die Plazenta wird jetzt aufgebaut, zwischen Gebärmutterwand und der Stelle der Einnistung. Nach etwa zwölf Tagen der Befruchtung bilden sich schon Nabelschnur und Fruchtwasser in der Fruchtblase. Ihr Baby ist nun etwa so groß wie ein Reiskorn. Schon zum Ende der dritten Schwangerschaftswoche ist das Herz Ihres Babys ausgebildet und beginnt zu schlagen.

 

Wie sage ich es meinem Partner?

Natürlich müssen Sie Ihrem Partner von den tollen Neuigkeiten berichten! Aber wie macht man das am besten? Abzuraten ist von einem Anruf auf der Arbeitsstelle. Womöglich ist er gerade in einer Besprechung oder mit anderen Kollegen im Gespräch und kann sich dann nicht richtig freuen. Teilen Sie es ihm an besten persönlich mit. Sie können kleine Babyschuhe kaufen und ihm auf den Nachttisch stellen oder es ihm bei einem romantischen Abendessen mitteilen.

Vielleicht hat Ihr Partner in den letzten Tagen schon Stimmungsschwankungen oder Ihre Unruhe bemerkt, und kann es sich auch schon denken. Seien Sie aber nicht enttäuscht, wenn Ihr Partner nicht überschwänglich reagiert. Oft fragen Männer „Bist du dir sicher?“ Jeder geht mit dieser Nachricht anders um.

Partneralarm !

Ihre Partnerin ist wirklich schwanger. Ab sofort wird nichts mehr sein, wie es war. Der geplante Sommerurlaub? Können Sie weiterhin Ihren Hobbys nachgehen? Müssen sie jetzt saure Gurken kaufen? Reicht das Geld? Tausend neue Gedanken strömen auf Sie und Ihre Partnerin ein. Nehmen Sie sich Zeit und besprechen Sie mit ihr in aller Ruhe, was nun ansteht. Vielleicht braucht Ihre Partnerin aber auch Zeit für sich, um die Schwangerschaft zu realisieren.

Und natürlich kann Ihre Partnerin saure Gurken essen, wenn sie sich die wünscht. Sollte sie allerdings Appetit auf nicht Essbares wie Lehm, Erde oder Ähnliches entwickeln, bringen Sie sie lieber zum Arzt: Das sind Anzeichen der Appetitstörung „Pica“, die behandelt werden muss.

Nikotin, Alkohol und andere Gefahrenquellen

Alkohol gelangt über die Nabelschnur zum Ungeborenen und kann dort der Entwicklung schaden. Zigaretten können dazu führen, dass die Plazenta nicht richtig durchblutet wird. Kinder von Raucherinnen kommen oft untergewichtig zur Welt. Passivrauchen ist ebenso schädlich. Drogen jeglicher Art können das Kind schon im Mutterleib abhängig machen. Außerdem droht eine Früh- oder Fehlgeburt.

Auch Katzenkot kann gefährlich sein, da er Toxoplasmose auslösen kann. Verschiedene Säugetiere und  Vögel sind Zwischenwirte des Erregers der Toxoplasmose, Katzen sind immer Endwirte. Der Mensch kann sich über Katzenkot, etwa beim Reinigen der Katzentoilette, infizieren. Das Katzenklo daher mit Handschuhen reinigen, im Freien aufstellen und die Katze oder den Kater am besten auf Abstand halten.

Ernährung

Folsäure
Ihre Ernährung ist jetzt ganz wichtig. Viele Experten raten Schwangeren, in den ersten acht Schwangerschaftswochen Folsäure zu sich nehmen. Folsäuremangel kann beispielsweise zu einer Missbildung des kindlichen Rückens führen und ein so genannter Spina bifida – der offene Rücken – kann die Folge sein. Man sollte bereits vor Beginn der Schwangerschaft, spätestens aber mit ihrer Feststellung Folsäure einnehmen und am besten jedoch bis zum Ende der Stillzeit fortführen (600 Mikrogramm).In Drogerien oder Apotheken sind Präparate mit der Kombination von Jod und Folsäure erhältlich.
Rohes und leicht Verderbliches:

Sie sollten ab jetzt auf rohe Lebensmittel verzichten. Tatar oder blutige Steaks, nicht durchgegartes Fleisch oder halbgaren Fisch sollten Schwangere nicht essen. Vorsicht auch bei roh verzehrten Gemüsen und Salaten – sie müssen gut gewaschen sein: Alles roh Verzehrte kann Toxoplasmose übertragen.

Auch leicht verderbliche Lebensmittel wie nicht durchgegarte Eier, Mayonnaise oder Eis sollten Sie meiden. Schädlich für Ihr Baby könnten auch Rohmilchprodukte, Weichkäse und Frischkäse sein: Darin können sich Listeriose-Erreger befinden, die gefährlich für das Baby sind. Es kann Schaden nehmen,  zu früh zur Welt kommen oder eine Fehlgeburt erleiden.

Ebenfalls wegen der Listeriose-Gefahr sollten Schwangere nicht ganz frische Wurst und Salami, nicht  ganz durchgegarte Muscheln oder andere Meeresfrüchte meiden.

Eisen:

Ihren Mehrbedarf von 100 Prozent decken Sie am besten mit rotem Fleisch oder Hülsenfrüchten oder setzen Sie auf grüne Gemüse und getrocknete Aprikosen Hilfreich kann auch ein gut verträgliches Eisenpräparat aus der Apotheke sein. Nehmen Sie es mit einem Glas Orangensaft ein, denn Vitamin C unterstützt die Eisenaufnahme im  Blut.

Jod:

Ihren Mehrbedarf von 15 Prozent sollten Sie mit jodhaltigen Nahrungsmitteln decken. Essen Sie beispielsweise Seefisch oder verwenden Sie jodiertes Speisesalz. Auch pasteurisierte Milch enthält den Mineralstoff.
Kalzium: Auch Kalzium ist für das Ungeborene gesund. Kalziumreich sind Milch, Mineralwasser, Nüsse, Hülsenfrüchte, Käse oder Broccoli.

Magnesium:

Dieser Mineralstoff kann Schwangerschaftskomplikationen mindern und Ihrem Körper beim Aufbau und der Reparatur des Gewebes helfen. In der Schwangerschaft haben Sie einen Mehrbedarf von 310 Milligramm. Essen Sie also viele Vollkornprodukte, Bananen und grünes Gemüse.

Zink:

Durch den Verzehr von Käse, Milch, Vollkornbrot und Schweinefleisch wird die Entwicklung des kindlichen Nervensystems gefördert. Da sich Zink nicht ausreichend über die normale Ernährung zuführen lässt, ist in manchen Fällen eine zusätzliche Einnahme ratsam.

Omega-3-Fettsäuren:

Sie spielen eine wichtige Rolle bei der Stärkung des Abwehrsystems, für die Blutgerinnung, das Nervensystem und die Augen. Omega-3-Fettsäuren sind enthalten in gegartem  Fisch, Lein- oder Rapsöl, Kartoffeln, Hirse, Bananen, Walnüssen und Kürbiskernen.