5. Schwangerschaftswoche (SSW)

In der 5. Schwangerschaftswoche hat das ungeborene Baby Ähnlichkeit mit einer ovalen Scheibe. Das verdankt es einem spannenden Entwicklungsprozess in den ersten Wochen der Schwangerschaft. Folsäure und der Verzicht auf alles, was dem Baby schaden könnte, ist jetzt besonders wichtig.
zweiter Schwangerschaftsmonat
Entwicklung des Kindes im zweiten Schwangerschaftsmonat.Lukaves | Dreamstime.com
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Tipps

Schon jetzt ab der fünften Woche zeigt der Schwangerschaftstest, dass Sie schwanger sind – und ein paar Tage später kann man auf dem Ultraschall schon das kleine Herz schlagen sehen.

Wenn Sie noch keine Folsäure einnehmen, sollten Sie jetzt damit anfangen. Schwangere haben einen Mehrbedarf von 100  Prozent. Das Vitamin ist für die Entwicklung des Neuralrohres sehr wichtig, aus dem sich später das Rückenmark sowie das Gehirn Ihres Babys entwickeln.

Wenn Ihnen schnell übel wird: Versuchen Sie, über den Tag verteilt mehrere kleine Portionen zu sich zu nehmen statt drei große, die jetzt weniger verträglich sind. Morgendliche Übelkeit ist am Anfang einer Schwangerschaft nicht selten. Um den Magen zu beruhigen, können Sie morgens im Bett eine Kleinigkeit frühstücken und noch eine Viertelstunde liegen bleiben. Auch Kräuter- oder Pfefferminztees beruhigen Ihren empfindlichen Magen.

Organisatorisches

Denken Sie daran, in den nächsten Wochen einen Termin zur ersten Vorsorgeuntersuchung  zu vereinbaren, falls Sie es noch nicht getan haben.

Gesundheit

Vermeiden Sie ab jetzt Stress und tragen Sie keine schweren Gegenstände. Rohes Fleisch sollten Sie meiden, denn dann steigt die Gefahr, an Toxoplasmose zu erkranken. Ihr Embryo ist jetzt in dieser frühen Phase ganz besonders gefährdet. Deshalb ist es jetzt wichtig, dass Sie alles, was Ihrem Kind schaden kann, konsequent meiden.

Gewohnte Medikamente

Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt am besten gleich bei der ersten Untersuchung über Medikamente, die Sie bisher regelmäßig eingenommen haben. Er oder sie wird Sie beraten, ob Sie diese Arzneimittel auch weiterhin nehmen dürfen. Setzen Sie diese Medikamente aber auch nicht ohne Rücksprache mit Ihrem Arzt ab – es könnte Ihnen und Ihrem Kind schaden.

Eileiterschwangerschaft

Manchmal kommt es vor, dass sich die befruchtete Eizelle außerhalb der Gebärmutter einnistet, beispielsweise im Eileiter. Schwangere merken meist an starken Schmerzen im Unterleib, dass etwas nicht stimmt.
Der Frauenarzt stellt beim Ultraschall fest, dass sich kein Fötus in der Gebärmutter befindet. Häufig endet eine Eileiter- oder Bauchhöhlenschwangerschaft von allein. Es wird dann kein Fötus gebildet und der Körper stößt die Eizelle ab.

Eine solche Extrauterinschwangerschaft kommt jedoch nur in etwa einem von hundert Fällen vor. Um eine frühzeitige Diagnose zu erhalten, ist es deshalb wichtig, schon wenige Tage  nach Ausbleiben der Regel zum Frauenarzt zu gehen.

So entwickelt sich Ihr Baby

Jetzt in der fünften Schwangerschaftswoche entwickelt sich Ihr Embryo zu einer etwa einen Millimeter langen ovalen Scheibe. Er besteht jetzt aus drei so genannten Keimblättern (Ektoderm, Mesoderm, Entoderm). Aus ihnen entwickeln sich die verschiedenen Organe:  Aus dem äußeren Keimblatt werden später das Nervensystem,  die Sinnesorgane und die Haut. Aus dem mittleren Keimblatt entstehen Herz, Blutgefäßsystem und Bindegewebe. Und aus dem inneren Keimblatt entwickeln sich die inneren Organe wie Lunge, Darm und Geschlechtsorgane.

In der Mitte der Keimscheibe bildet sich in dieser Woche eine Verdickung – die so genannte Neuralrinne. Aus ihr entwickelt sich später das Nervensystem. Bisher lag das Rückenmark frei in der Längsrinne des Neuralrohrs. Jetzt schließt sich diese Rinne zur künftigen Wirbelsäule. Die Einnahme von Folsäure hilft dabei.

Jetzt formen sich auch Kopf und Gliedmaßen. Zugleich bilden sich in Kopfnähe zwei Gewebefalten, die später zu den Ohren werden.

Noch in dieser Woche formen sich die Augen, Nasenlöcher und Mundöffnung. Am Rumpf des Embryos entwickeln sich die Knospen für Beine und  Arme. Winzige Andeutungen der späteren  Finger und Zehen sind zu sehen.

Was Sie vermutlich am meisten berührt: Das Herz Ihres Babys schlägt ab dem 22.Tag, also in der fünften Woche, bereits unermüdlich! Und obwohl es nur zwei Millimeter groß ist – etwa so groß wie ein Mohnsamen – hat es bereits zwei winzige Kammern.

So verändert sich Ihr Körper

Die markanteste Veränderung in Ihrem Körper besteht jetzt darin, dass Ihre Periode in diesem Zyklus ausgeblieben ist. Gewissheit schenkt Ihnen jetzt ein Schwangerschaftstest, mit dem sich das Hormon HCG nachweisen lässt.  Es ist verantwortlich für das Wachstum der Fruchtblase und erhöht das schwangerschaftserhaltende Hormon Progesteron, damit Ihr Baby sicher wachsen kann.

Oft haben Schwangere in den ersten Wochen mit Übelkeit zu kämpfen und  sie wird vermutlich noch bis zur zwölften Schwangerschaftswoche anhalten. Es ist möglich, dass Sie auf bestimmte Gerüche empfindlich reagieren. Vor allem an den Spannungsgefühlen in Ihrer Brust können Sie merken, dass Sie schwanger sind. Ihre Brust ist zudem berührungsempfindlich, da die Drüsenkörper sich schon jetzt auf Milchproduktion vorbereiten.
Tipp: Tragen Sie einen größeren und gut stützenden BH, um das Gewebe Ihrer Brust zu unterstützen.

Der Muttermund ist bereits fest durch einen Schleimpfropf gegen das Eindringen von Bakterien und Krankheitserregern in die Gebärmutter verschlossen.
Ein Bäuchlein sehen Sie jetzt noch nicht. Wenn Sie aber auf dem Ultraschallbild genau hinsehen, können Sie schon jetzt den Embryo und den Dottersack erkennen.

Partneralarm

Ob Überraschung oder lang ersehnter Wunsch: Schwangerschaftstest und vielleicht auch Ultraschall haben es bestätigt  – Sie werden in wenigen Monaten ein Baby in den Armen halten. Wenn Sie die Möglichkeit haben, Ihrer Partnerin Frühstück zu machen, tun Sie das! Sie hat wahrscheinlich mit Übelkeit zu kämpfen.

Aber auch das seelische Gleichgewicht Ihrer Partnerin wird im Laufe der ersten hormonellen Umbauphase des Körpers enorm durcheinander gewirbelt. Sprechen Sie mit Ihrer Partnerin, zeigen Sie Ihre Anteilnahme an der Schwangerschaft von Anfang an und helfen Sie, Zweifel und  Ängste zu überwinden.